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20.03.2006

12:54 Uhr

Eishockey DEL

Kölner Haie trennt noch ein Sieg vom Halbfinale

In den DEL-Play-offs sind die Kölner "Oldies" Dave Mcllwain und Alex Hicks mit alter Stärke die Garanten für den möglichen Haie-Einzug ins Halbfinale. Trainer Hans Zach ist überzeugt, den fehlenden Sieg zu holen.

Die Play-off-Viertelfinals in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gehen in die heiße Phase und nach dem frühen Aus in den vergangenen beiden Jahren haben die Kölner Haie zurück zu alter Stärke gefunden. Nur noch ein Sieg fehlt dem achtmaligen Champion zum ersten Halbfinaleinzug seit der Vizemeisterschaft 2003. "Den holen wir uns auch noch", sagte Trainer Hans Zach nach dem 4:3-Erfolg nach Verlängerung bei den Nürnberg Ice Tigers.

Bereits am Dienstag (19.30 Uhr) können die Kölner vor eigenem Publikum mit dem vierten Sieg im Viertelfinale die zweite Runde erreichen. "Der letzte Sieg ist immer der schwierigste", warnte Verteidiger Mirko Lüdemann, und auch Ex-Bundestrainer Zach mahnte: "Wir müssen weiter hart arbeiten."

Doch wenn die Haie weiter so clever spielen wie in den ersten drei Partien, dürften die Franken keine Chance mehr haben. Das erkannte wohl auch Trainer Benoit Laporte, der nach dem "sudden death" in der vierten Minute der Verlängerung eine verbale Attacke gegen die Haie-Stürmer Dave Mcllwain und Alex Hicks ritt: "Sie sind eine Schande für das kanadische Eishockey, so leicht wie sie fallen."

Die vermeintlichen Schauspieler waren mit ihren Toren erneut Garanten für den Kölner Sieg. Den Rest erledigten zwei andere "Oldies": Lüdemann (32) und Bill Lindsay (34). Die Erfahrung der Routiniers um Mcllwain (38) und Hicks (36) scheint für das Zach-Team der entscheidende Pluspunkt in den Play-offs zu werden.

Während die Haie bereits am Dienstag alles klar machen können, fehlen Titelverteidiger Eisbären Berlin, dem Vorrundenzweiten ERC Ingolstadt und den DEG Metro Stars noch zwei Siege zum Weiterkommen.

"Wir haben geduldig, clever und diszipliniert gespielt", meinte der Düsseldorfer Coach Don Jackson nach dem 4:1 gegen die Hamburg Freezers: "Das sind die Attribute, die man dringend braucht, um Hamburg zu schlagen."

Vor allem die Disziplin seiner Mannschaft sah der Kanadier als Schlüssel zum zweiten Sieg: In den ersten beiden Spielen hatten die DEG-Profis noch insgesamt 114 Minuten auf der Strafbank verbracht, in der dritten Partie gab es nur zwölf Strafminuten gegen Düsseldorf.

Freezers-Trainer Mike Schmidt sah die Unterschiede woanders. "Die DEG ist auf die Eisfläche gekommen wie Löwen aus dem Käfig: bissig und aggressiv. Sie hat uns unheimlich unter Druck gesetzt", sagte der Ex-Düsseldorfer, fügte mit Blick auf die vierte Partie am Dienstag (19.30 Uhr) aber an: "Noch ist nichts verloren."

Krefeld beim Meister Berlin vom Pech verfolgt

Tief saß der Frust bei den Krefeld Pinguinen, die nach einer 4: 2-Führung noch 4:5 in Berlin verloren. "Am besten höre ich auf mit Eishockey", meinte Nationaltorwart Robert Müller genervt: "Irgendwie geht das schon die ganze Saison so."

Eigentlich hatte der Außenseiter vom Rhein den erneut enttäuschenden Meister im Griff und stand kurz vor dem zweiten Auswärtssieg im Wellblechpalast. Doch ein Doppelschlag innerhalb von 23 Sekunden beendete die Träume.

"Wir dürfen jetzt nicht lange überlegen, sondern müssen spielen", sagte Manager Franz Fritzmeier mit Blick auf das vierte Duell am Dienstag (19.30 Uhr) in Krefeld: "Wenn wir das gewinnen, ist alles wieder offen."

Schnell vergessen müssen die Pinguine auch den vermeintlichen 5:5-Ausgleich, den Schiedsrichter Roland Aumüller nach dem Videobeweis durch den vierten Offiziellen Harald Deubert wegen Torraumabseits nicht anerkannte. "Das muss man nicht so entscheiden", meinte Fritzmeier.

Trotz der erstmaligen Führung in der "best of seven"-Serie war auch Berlins Meistertrainer Pierre Page nicht zufrieden. "Wir machen immer noch zu viele Fehler und sind nicht konzentriert genug", bemängelte der Kanadier: "So können wir absolut nicht sicher sein, dass wir weiterkommen."

Das können auch die Ingolstädter nicht, die nach dem 6:2 gegen die Hannover Scorpions am Dienstag (19.30 Uhr/live bei Premiere) mit einer 2:1-Führung bei den Niedersachsen antreten. "Wir haben uns bis zum 1:2 sehr schwer getan", gab Günter Oswald zu, der mit seinem Tor (29.) die Wende einleitete. Einen prominenten Fan haben die Oberbayern schon überzeugt: Landwirtschaftsminister Horst Seehofer glaubt: "Die werden deutscher Meister."

© SID

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