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01.01.2006

13:54 Uhr

Eishockey DEL

Page und das "schönste Turnier der Welt"

Für Trainer Pierre Page war der 79. Spengler-Cup in Davos das "schönste Turnier der Welt". Deswegen war der Coach deutschen Eishockey-Meisters Eisbären Berlin mit Platz drei völlig zufrieden.

Trainer Pierre Page geriet nach der erfolgreichen Premiere des deutschen Eishockey-Meisters Eisbären Berlin beim 79. Spengler-Cup in Davos ins Schwärmen. Nicht weniger als das "schönste Turnier der Welt" sei das Aufeinandertreffen von fünf absoluten Spitzenteams gewesen, und da sei das Abschneiden seiner Truppe "völlig in Ordnung".

Immerhin zwei Siege gegen Sparta Prag (3:2) und den Schweizer Gastgeber und Titelverteidiger HC Davos (8:5) hatten die Eisbären vorzuweisen, hinzu kam eine 3:4-Niederlage nach Penaltyschießen gegen den späteren Turniersieger HC Metallurg Magnitogorsk aus Russland und eine herbe Pleite gegen das Team Canada (1:6).

Magnitogorsk auch im Finale stark

Magnitogorsk machte den ersten Erfolg durch einen überraschend deutlichen 8:3-Finalsieg gegen den zehnmaligen Champion Team Canada perfekt. Vor 7 280 Zuschauern sorgten die "Zaren", die als beste Vereinsmannschaft außerhalb der nordamerikanischen Profiliga NHL gelten, in der ausverkauften Davoser Eishalle für den insgesamt 15. russischen Triumph.

Nicht weit vom Einzug ins Endspiel entfernt waren auch die Eisbären. "Wir sind daher nicht einhundertprozentig zufrieden. Wir hätten die Russen schlagen und das Finale erreichen können" erklärte Page, dessen gute Stimmung durch den Ausfall zweier Leistungsträger etwas getrübt wurde. Stürmer Kelly Fairchild erlitt einen Einriss des Innenbandes im Knie und fehlt dem Titelverteidiger bei den schweren Ligaaufgaben in den kommenden drei Wochen. Auch Florian Busch steht wegen einer Verletzung im rechten Ellenbogen, die er sich im Auftaktspiel gegen Magnitogorsk zuzog, für mindestens zwei Wochen nicht zur Verfügung.

Reise ging an die Substanz

Die Reise in die Schweiz ging ohne Zweifel an die Substanz des Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), der bereits am Dienstag im Berliner Wellblechpalast gegen "Kellerkind" Kassel Huskies die erneute Verfolgung von Spitzenreiter ERC Ingolstadt aufnehmen will.

"Die zusätzliche Belastung ist enorm. Wir müssen uns gründlich überlegen, ob wir noch einmal am Spengler-Cup teilnehmen", meinte Page, dessen Team in der DEL durch das Schweiz-Gastspiel noch zwei Nachholspiele zu absolvieren hat.

Die 150 mitgereisten Anhänger, die die Eisbären stimmgewaltig unterstützten, wären über einen Verzicht sicherlich wenig erfreut. Der Prestigegewinn beim traditionsreichen Turnier ist schließlich ebenso groß wie die Belastung der Mannschaft, der auf dem Weg zum erklärten Ziel Titelverteidigung noch ein kräftezehrendes Programm bevor steht. Doch der dritte Platz beim Spengler-Cup sollte dafür Motivation genug sein.

© SID

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