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01.01.2010

22:42 Uhr

Eishockey NHL

Sturm schenkt Bruins Sieg beim Winter Classic

Marco Sturm hat den Boston Bruins beim Winter Classic der NHL im Fenway Park einen Sieg gegen die Philadelphia Flyers beschert. Der Deutsche traf in der Verlängerung zum 2:1.

Boston setzt sich im Fenway Park durch. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Boston setzt sich im Fenway Park durch. Foto: Bongarts/Getty Images

An einem perfekten Tag für Freiluft-Eishockey sorgte der deutsche Stürmerstar Marco Sturm an sporthistorischer Stätte für die Krönung. Der 31-Jährige erzielte bei der dritten Austragung des Winter Classic in der nordamerikanischen Profiliga NHL am Neujahrstag nach 1:57 Minuten der Verlängerung das 2:1-Siegtor für die Boston Bruins gegen die Philadelphia Flyers. "Das, glaube ich, war es, wovon ich heute Morgen geträumt habe. Jeder Spieler möchte in der Overtime treffen - und ganz besonders in einem Spiel wie diesem", erklärte der in Dingolfing geborene Profi nach seinem 14. Saisontor.

Nach seinem Tip-In riss Sturm im legendären Baseball-Stadion Fenway Park in Boston zunächst jubelnd die Arme hoch und sprang vor den begeisterten 38 112 Fans in die Plexiglas-Wand auf der Bande. Seine Mannschaftskameraden stürmten tanzend auf ihren Kollegen zu und ließen den Deutschen in einer Traube verschwinden.

"Fast wie beim Gewinn des Stanley Cups"

"Als wir Sturm herumspringen sahen, sind alle von uns herumgesprungen. Es war fast so wie beim Gewinn des Stanley Cups", erklärte Bruins-Kapitän Zdeno Chara. Und der 2,05m große und 115 Kilogramm schwere Hüne aus der Slowakei fasste dann noch in Worte, was jeder seiner Kameraden dachte: "Ich bin sicher, dieses Erlebnis wird das ganze Leben in unseren Köpfen bleiben."

Zum dritten Mal nun nach Buffalo 2007 und Chicago 2008 betrieb die NHL am Neujahrstag mit dem Open-Air-Game (Motto: "Das Spiel wurde im Freien geboren. Dorthin kehrt es nun zurück."), dem Jahresauftakt, Werbung. Und das mit Erfolg. 75 Kameras trugen das Ereignis einer in den vergangenen Jahren in Nordamerika darbenden Sportart in die Wohnstuben.

Allein der Fenway Park mit seinem Green Monster, der 11,3m hohen Mauer im linken Outfield, sorgte für Faszination bei Fans und Berichterstattern gleichermaßen. Rund 75 000 Liter Wasser wurden zum Aufbau der Eisfläche benötigt, 1 300 Liter Farbe zur Erstellung der Logos unter dem Eis und daneben verwendet, ein 300 Tonnen schwerer Kühltruck zirkulierte 11 300 Liter Kühlflüssigkeit, um die optimale Eistemperatur von Minus 5,5 Grad gleichbleibend zu gewährleisten.

Und schließlich spielte dann auch das Wetter noch mit. Nachdem es am Silvestertag beim Training der Teams noch kräftig geschneit hatte, herrschten zum ersten Bully optimale Bedingungen. Leicht bewölkter Himmel, ein Grad Celsius und kaum Wind. Die kanadische und US-Nationalhymne wurde von prominenten Künstlern wie den fünfmaligen Grammy-Award-Gewinner James Taylor präsentiert. Der beliebte TV-Analyst Don Cherry, berüchtigt für seine skurrilen Anzüge und scharfen Kommentare, präsentierte sich in Hochform.

Hits, Saves und Fights

Das galt auch für die Teams, die von den Hall-of-Famern Bobby Clarke (einst Philadelphia) und Bobby Orr (einst Boston) zum Eis geleitet wurden. Ein Torfestival wie vor Jahresfrist zwischen den Chicago Blackhawks und den Detroit Red Wings (4:6) wurde es zwar nicht, aber die Fans wurden bestens unterhalten: Hits, Saves und Fights - bereits nach rund zwölf Minuten ließen die Raufbolde Daniel Carcillo (Philadelphia) und Shawn Thornton (Boston) die Handschuhe fallen und prügelten sich unter dem Jubel der Zuschauer nach Herzenslust.

Es blieb verbissen, viel Kampf und die guten Goalies Tim Thomas (Boston) und Michael Leighton (Philadelphia) sorgten für Highlights, bis Marco Sturm nach den Toren von Phillys Danny Syvret (5.) und Bostons Mark Recchi (58.) mit dem "Sudden Death" noch einen draufsetze. "Dieser Event ist unser Markenzeichen geworden", sagte NHL-Commissioner Gary Bettman.

© SID

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