Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2007

08:06 Uhr

Eiskunstlauf DM

Eiskunstlauf-DM ohne Dytrt und mit vielen Fragen

Das Comeback von Stefan Lindemann, die Absage von Annette Dytrt und die Favoritenrolle der Paarlauf-Rebellen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bilden die spannenden Personalien der Eiskunstlauf-DM in Oberstdorf.

Ausgerechnet die Chemnitzer Paarlauf-Rebellen Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, betreut von ihrem stasi-belasteten Trainer Ingo Steuer, sind bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf die einzigen Weltklasseathleten. Und das, obwohl die Titelverteidiger wegen des Rechtsstreits zwischen Steuer und der Deutschen Eislauf-Union (DEU) keinerlei offizielle Förderung mehr genießen.

Somit sind die nationalen Titelkämpfe am Fuße des Nebelhorns nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu den Europameisterschaften Ende des Monats in Warschau, wo es dann auch wieder überlebenswichtige Prämien zu verdienen gibt. "Wir sind finanziell schon ziemlich an der Grenze, vor allem die Reisekosten fressen uns auf", räumt Steuer ein. Akkreditiert für Oberstdorf wurde der Ex-Weltmeister vom diesmal zuständigen sächsischen Eis-Verband.

Savchenko/Szolkowy gut in Form

Wie gut Savchenko/Szolkowy in Form sind, konnten sie beim Grand Prix eindrucksvoll unter Beweis stellen. Nach einem ersten und einem dritten Platz bei den Qualifikations-Wettbewerben mussten sich die Olympia-Sechsten von Turin im Finale lediglich den Ex-Weltmeistern Shen Xue und Zhao Hongbo aus China geschlagen geben. Erfolge, an die alle anderen deutschen Eiskunstläufer derzeit nicht einmal zu denken wagen.

Das gilt auch für Stefan Lindemann, vor nicht einmal zwei Jahren EM-Dritter bei den Herren. Den Erfurter, der im Sommer von seiner langjährigen Betreuerin Ilona Schindler zur Berliner Trainerin Viola Striegler wechselte, setzte eine langwierige Viruserkrankung im Herbst wochenlang außer Gefecht. Die Wiederholung seines Vorjahreserfolges ist somit alles andere als ein Selbstläufer.

"Die dreifachen Sprünge kommen wieder"

"Die dreifachen Sprünge kommen wieder, aber ich bin nicht völlig sicher, ob Stefans Kondition schon bis zum Schluss reicht", sagte Striegler. Immerhin liegt Oberstdorf über 800 Meter hoch. Nutznießer von Lindemanns Problemen könnte der Berliner Martin Liebers sein, im vergangenen Jahr noch Dritter hinter Lindemann und dem mittlerweile zurückgetretenen Oberstdorfer Silvio Smalun.

Nur wenige Stunden vor Beginn der Meisterschaften hat Titelverteidigerin Annette Dytrt ihre Teilnahme abgesagt. Ihr neuer Trainer Karel Fajfr begründete den kurzfristigen Rückzug mit Trainingsrückstand. "Die Probleme mit den Dreifachsprüngen sind noch zu groß", sagte der Coach, der erst seit wenigen Wochen mit der gebürtigen Tschechin zusammenarbeitet. Dytrt hatte ihre Einzelkarriere vor knapp einem Jahr beendet, sich danach kurz als Paarläuferin versucht und anschließend an der TV-Show "Stars auf Eis" teilgenommen.

"Solo-Auftritt" im Eistanz

Als Solisten tanzen Nailia Schiganschina und Alexander Gazsi (Chemnitz/Berlin) ihrem ersten nationalen Titel entgegen. Das einzige für die Eistanz-Konkurrenz gemeldete und in Moskau trainierende Paar kam bei den beiden Pflichttänzen (Golden Waltz und Rumba) auf insgesamt 27,96 Punkte.

Wegen fehlender Wettkampfpraxis sind die Titelverteidiger und Oberstdorfer Lokalmatadoren Christina und William Beier nicht am Start, auch bei der EM wird das von Martin Skotnicky betreute Geschwisterpaar fehlen.

© SID

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×