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06.01.2008

14:22 Uhr

Eiskunstlauf DM

Savchenko Szolkowy setzen einzigen Glanzpunkt

Die Eiskunstlauf-DM in Dresden brachte nur wenige Weltklasse-Leistungen hervor. Lediglich Deutschlands "Traumpaar" Aljona Savchenko und Robin Szolkowy überzeugten mit einer extravaganten Kür.

Das Publikum jubelte, die Fachleute schwärmten - mit einer Weltklasse-Kür haben Aljona Savchenko und Robin Szolkowy bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Dresden ihren fünften nationalen Titel geholt und große Hoffnungen auf weitere Erfolge geweckt.

Die beiden Chemnitzer, die die 1 000 Zuschauer in der Freiberger Arena mit ihrer extravaganten Kür zur Cirque du Soleil-Musik "L'Oiseau" begeisterten, kamen auf 214,67 Punkte und degradierten damit sowohl die beiden Essener Jekaterina Wasiljewa und Daniel Wende (113,54) als auch Mari-Doris Vartmann und Florian Just (Düsseldorf/Essen), die auf 136,71 Zähler kamen, zu Statisten. In dieser Verfassung sind die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer bei den Europameisterschaften Ende Januar in Zagreb ebenso schwer zu schlagen wie bei den Welttitelkämpfen im März in Göteborg.

Savchenko: "Mehr ein Training als ein Wettkampf"

Alle Sprünge, alle Würfe waren nahezu makellos, lediglich bei einer Pirouette verlor die in der Ukraine geborene Aljona kurzzeitig die Orientierung. Dennoch fuhren die beiden in violettes Tuch gehüllten Läufer mit einem Lächeln und winkend vom Eis.

Dabei war für die beiden Sachsen der fünfte Sieg im sechsten Wettbewerb geradezu eine Selbstverständlichkeit. "Das war diesmal mehr ein Training als ein Wettkampf", sagte Savchenko mit fast schon aufreizender Gelassenheit. Coach Steuer freute sich auch für die sächsischen Fans, "die die Gelegenheit hatten, uns einmal live bei einer Meisterschaft zu sehen."

Auch im Kurzprogramm gab es bei einer neuen Pirouette noch leichte Abstimmungsprobleme, aber auch die will Steuer bis zur EM ausgemerzt sehen: "Ich bin sicher, unser Programm steht bis dahin." Was noch nicht steht, ist ein Termin vor der Münchner Landgericht I, in dem es um die Klage Steuers auf seine direkte Bezahlung durch die Deutsche Eislauf-Union (DEU) geht. Dies lehnt der Verband ab, weil dann wegen der Stasi-Vergangenheit des Ex-Weltmeisters die finanzielle Förderung durch das Bundesinnenministerium wieder auf der Kippe steht.

Niemand tritt aus dem Schatten von Savchenko/Szolkowy

Im übergroßen Schatten der alten und neuen Paarlauf-Meister konnte sich ansonsten niemand für eine gute EM-Platzierung empfehlen. Den stärksten Eindruck machten noch die neue Deutsche Meisterin Sarah Hecken (14) aus Mannheim und die zweitplatzierte Dortmunderin Isabel Drescher (13). Beide sind jedoch noch zu jung für große internationale Championate, so dass die DEU nolens volens die entthronte und in Dresden nervenschwache Titelverteidigerin Annette Dytrt (Oberstdorf) nominieren musste.

Bei den Herren wurde Vorjahressieger Stefan Lindemann, der wegen einer Leistenoperation nur als Zuschauer in die Elbmetropole gekommen war, schmerzlich vermisst. In einer internen Berliner Meisterschaft setzte sich Clemens Brummer (183,44) vor Peter (175,04) und Martin Liebers (166,48) durch, das Trio trainiert gemeinsam bei Viola Striegler. Brummer und Peter Liebers lösten damit trotz mäßiger Leistungen ihre EM-Tickets.

DEU lässt Finanzprobleme hinter sich

Fast mehr noch als über ihren dritten deutschen Meistertitel im Eistanz freuten sich Christina und William Beier aus Dortmund darüber, dass sie nach mehr als einjähriger verletzungsbedingter Pause wieder trainieren und Wettkämpfe bestreiten können. "In dieser Zeit habe ich den Eistanz wieder richtig zu schätzen gelernt", sagte dazu Christina, die nach langwierigen Problemen an einer Sehne des rechten Fußes sogar das Ende ihrer Karriere befürchtete.

Auch das noch vor einem Jahr befürchtete finanzielle Ende der DEU konnte durch massive Sparmaßnahmen seitens des Präsidiums abgewendet werden. Präsident Dieter Hillebrand: "Die Situation ist geordnet, wir sind wieder leicht im Plus." Die deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften 2009 werden voraussichtlich vom 2. bis 4. Januar in Oberstdorf stattfinden.

© SID

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