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05.01.2007

19:23 Uhr

Eiskunstlauf DM

Souveräne DM-Führung für Eiskunstläufer Lindemann

Bei den deutschen Meisterschaften der Eiskunstläufer in Oberstdorf hat Stefan Lindemann seinen sechsten Titel im Visier. Im Paarlauf haben Aljona Savchenko und Robin Szolkowy nach dem Kurzprogramm beste Chancen.

Stefan Lindemann läuft bei den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf seinem sechsten Titel bei den Herren entgegen. Nach elfmonatiger Wettkampfpause sammelte der Erfurter in seiner Kurzkür 59,01 Punkte und verwies damit den Berliner Philipp Tischendorf (55,27) sowie Michael Biondi aus München (53,87) vor der Kürentscheidung am Samstag (19.30 Uhr) auf die Plätze zwei und drei.

Derweil haben die Vize-Europameister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy das erste Glanzlicht der Titelkämpfe gesetzt. Die Titelverteidiger aus Chemnitz begeisterten knapp 1 000 Zuschauer mit ihrem Kurzprogramm zur Filmmusik "Once upon a time in Mexico" und übernahmen im Paarlauf mit 72,37 Punkten klar die Führung vor Mari-Doris Vartmann aus Düsseldorf und dem Essener Florian Just (46, 49).

International konkurrenzfähiges Paar

Von einer nicht vollends gelungenen Todesspirale abgesehen, präsentierten sich die beiden Sachsen in glänzender Verfassung und überzeugten insbesondere durch eine ansprechende Choreographie. Ihre Weltklasse-Kurzkür hatte schon bei den Grand-Prix-Wettbewerben im Herbst die Basis zu einem Sieg und zu Rang zwei im Finale gelegt.

Bei den Herren startete Lindemann zu einer Musik der Blue Man Group mit einer weitgehend gelungenen Sprungkombination und ließ einen sehenswerten dreifachen Axel folgen. Nicht zufrieden sein konnte der 26-Jährige allerdings mit seinem Salchow, den er nur doppelt statt dreifach drehte. In puncto Choreographie hingegen war der Titelverteidiger allen seinen Konkurrenten deutlich überlegen.

Turbulente Saison hinter sich

Für den ehemaligen Junioren-Weltmeister und WM-Dritten von 2004 war es der erste Wettkampf seit den Olympischen Spielen von Turin im Februar vergangenen Jahres. Nach einer enttäuschenden Saison trennte sich der Thüringer von seiner langjährigen Trainerin Ilona Schindler und wird seit dem Sommer von der Berlinerin Viola Striegler betreut. Wegen einer langwierigen Viruserkrankung musste Lindemann sein Saisondebüt mehrfach verschieben.

"Das war noch nicht alles Gold, aber ein guter Saisoneinstand", sagte der EM-Dritte von 2005, der mit dieser Leistung bei den Europameisterschaften Ende des Monats in Warschau allerdings noch nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen kann. Lindemann räumte seine große Nervosität ein und freute sich daher umso mehr über seinen optimalen dreifachen Axel: "Dieser Sprung war wirklich perfekt."

Schiganschina/Gaszi bei Eistänzern konkurrenzlos

Der Zeitsoldat profitierte bei seiner Führung aber auch davon, dass keiner seiner direkten Mitkonkurrenten ohne Patzer durch sein Programm kam. So stürzte der Berliner Martin Liebers, in der gleichen Trainingsgruppe wie Lindemann, bei seiner Kombination aus dreifachem Rittberger und dreifachem Rittberger schwer. Der EM-Teilnehmer von 2005 fiel daher bis auf Rang fünf zurück und wird es schwer haben, in der Kür noch den zweiten Platz zu ergattern, der gleichbedeutend mit der EM-Qualifikation ist.

Mangels Konkurrenz haben die Eistänzer Nailia Schiganschina und Alexander Gazsi (Chemnitz/Berlin) das Ticket für die europäischen Titelkämpfe schon in der Tasche. Nach der verletzungsbedingten Absage der Vorjahressieger Christina und William Beier aus Dortmund tanzen die in Moskau trainierenden Eistänzer im Alleingang ihrem ersten deutschen Meistertitel entgegen. Nach den Pflichttänzen und dem Originaltanz (Tango) haben die letztjährigen DM-Dritten 76,59 Zähler gesammelt.

© SID

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