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23.01.2009

22:18 Uhr

Eiskunstlauf EM

Dytrt bleibt hinter Erwartungen zurück

Annette Dytrt liegt bei der Eiskunstlauf-EM in Helsinki nach einem verpatzten Kurzprogramm nur auf dem zwölften Rang. Trainer Michael Huth war nicht zufrieden.

Annette Dytrt bei der EM in Helsinki. Foto: AFP SID

Annette Dytrt bei der EM in Helsinki. Foto: AFP

Die Spitze angepeilt, im Mittelmaß gelandet - 24 Stunden nach der Enttäuschung durch die deutschen Herren hat auch Annette Dytrt die Erwartungen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) nicht erfüllen können. Ein verpatztes Kurzprogramm warf die deutsche Meisterin bei den Europameisterschaften in Helsinki bis auf den zwölften Platz zurück. Damit ist selbst das Mindestziel Rang zehn und der damit verbundene zweite deutsche Startplatz für die EM 2010 in Tallinn ernsthaft in Gefahr.

Ähnlich zweifelhaft ist eine erfolgreiche Titelverteidigung von Carolina Kostner aus Italien. Die Südtirolerin, die in Oberstdorf lebt und trainiert, verweigerte förmlich in der Kurzkür den dreifachen Lutz und fuhr sichtlich niedergeschlagen vom Eis. 51,36 Punkte bedeuteten nur Rang drei. 5 000 begeisterte Zuschauer in der Hartwall-Areena feierten stattdessen die Doppelführung der beiden finnischen Lokalmatadorinnen Laura Lepistö (56,62) und Susanna Pöykiö (56,06).

Chochlowa/Nowitzki gewinnen Eistanz-Konkurrenz

Am Abend holten sich Jana Chochlowa und Sergej Nowitzki in der Eistanz-Konkurrenz ihren ersten internationalen Titel. Auch profitierend von den verletzungsbedingten Absagen der Titelverteidiger Oksana Domnina und Maxim Schabalin (ebenfalls Russland) sowie der Weltmeister Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder aus Frankreich siegten die beiden Moskauer mit 196,91 Punkten vor den Italienern Federica Faiella und Massimo Scali (186,17) sowie Sinead und John Kerr aus Großbritannien (185,20).

Bei ihrem EM-Debüt landeten Carolina und Daniel Hermann aus Dortmund nach einer Kür zur Filmmusik von "Die Maske" mit 146,00 Zählern auf Rang zwölf und qualifizierten sich damit direkt für die Welttitelkämpfe Ende März in Los Angeles. "Sie haben bei ihrer ersten Europameisterschaft einen guten Einstieg gefunden", lobte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf.

"Da nimmt man sich etwas vor - und dann verkackt man", kommentierte dagegen die Oberstdorferin Dytrt drastisch ihren missratenen EM-Auftakt. Die Kombination aus dreifachem Flip und Doppel-Toeloop war noch gut gelungen, aber die Landung des dreifachen Salchow musste die 25-Jährige mit beiden Händen abstützen, den Doppel-Axel landete sie auf zwei Füßen.

"Einfach mit der Zacke hängengeblieben"

Dabei ärgerte sich die Blondine besonders über ihren Patzer beim Axel. "Da bin ich einfach mit der Zacke hängengeblieben, ein blöder Leichtsinnsfehler", haderte Dytrt, die nun in der Kür-Entscheidung am Samstag (12.30 Uhr MEZ) eine Aufholjagd starten muss, um wertvollen Boden gutzumachen. Sollte die gebürtige Tschechin jedoch hinter Rang zwölf zurückfallen, müsste sie sich wahrscheinlich einer internen WM-Ausscheidung stellen.

Trainer Michael Huth war mit seinem Schützling naturgemäß nicht zufrieden: "Annette hat leider ihre Trainingsleistung nicht gebracht. Sie war vielleicht zu sehr auf die Sprünge fixiert, aber auch bei den Schritten und Pirouetten sind Punkte liegengeblieben." Dennoch wollte der Coach an den grundsätzlichen sportlichen Qualitäten seiner Läuferin nicht zweifeln: "Grundsätzlich hat sie das Potenzial für die europäische Spitze."

© SID

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