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20.01.2006

17:37 Uhr

Eiskunstlauf EM

Eiskunstläufer Lindemann von der Rolle

Die Eiskunstlauf-EM in Lyon entwickelt sich für Stefan Lindemann zu einem Drama. Nach dem Kurzprogramm belegt der EM-Bronzemedaillengewinner einen enttäuschenden zehnten Platz. Jewgeni Pluschenko liegt in Führung.

Seine Medaillenträume kann Stefan Lindemann bei der Eiskunstlauf-EM schon nach dem Kurzprogramm begraben. Während der Erfurter bei den letzjährigen kontinentalen Titelkämpfen noch die Bronzemedaille gewann, liegt der 22-Jährige in Lyon nach einer völlig enttäuschenden Vorstellung abgeschlagen auf Rang zehn (60,70 Punkte). Damit setzt sich die Serie von erfolglosen Wettkämpfen in diesem Winter für Lindemann fort.

Für den Erfurter sprang eher unerwartet Silvio Smalun in die Bresche. Ohne Qualifikations-Chance für Turin ging der Oberstdorfer unbelastet auf das Eis des Palais des Sports und sortierte sich trotz einer verunglückten Landung beim dreifachen Axel auf Rang neun ein (63,88). Somit könnte sogar der zweite deutsche Startplatz für die europäischen Titelkämpfe 2007 in Warschau in Gefahr geraten, falls keinem der beiden deutschen Läufer eine Top-Ten-Platzierung gelingen sollte.

Pluschenko liegt souverän in Führung

An der Spitze zieht Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko ungeachtet einer von starkem Husten begleiteten Erkältung einsam seine Kreise. Der Olympia-Zweite aus Russland zelebrierte "Tosca" von Giacomo Pucchini meisterhaft und führt mit 82,80 Punkten vor Ex-Europameister Brian Joubert aus Frankreich (77,85) und dem Schweizer Weltmeister Stephane Lambiel (74,73). "Ich habe drei Tage lang Infusionen bekommen, damit ich starten kann", berichtete der St. Petersburger.

Gesundheitlich war Lindemann zwar voll auf der Höhe, doch dem WM-Dritten fehlt nach wie vor die mentale Stärke. Nach einer blitzsauberen Dreifach-Dreifach-Kombination stürzte er beim dreifachen Axel und drehte den Lutz nur doppelt. Trainerin Ilona Schindler wirkte ein wenig ratlos: "Jetzt kann man ihn nur darin bestärken, die schlechten Wettbewerbe wegzustecken und nicht weiter im Kopf mitzuschleppen."

Lindemann findet keine Erklärung

"Diesen Tag muss ich wohl ganz schnell aus meinem Gedächtnis streichen. Ich bin mit einem guten Gefühl nach Frankreich gekommen, deshalb ist mir dieser Rückschlag unerklärlich", sagte der Thüringer, der weiterhin auf einen "Knaller-Wettkampf" (O-Ton Lindemann) wartet: "Vielleicht ist es ja in Turin soweit."

Dort wird Smalun nicht starten, doch der 26-Jährige war froh, wenigstens in Lyon dabeisein zu dürfen. Nach einer wegen Wetterkapriolen chaotischen Anreise wartete Smalun mehr als 24 Stunden auf seine Schlittschuhe, die auf dem Düsseldorfer Flughafen verloren gegangen waren: "Zwölf Minuten vor dem Training konnte ich sie endlich anziehen, das hat ganz schön Nerven gekostet."

© SID

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