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24.01.2007

17:10 Uhr

Eiskunstlauf EM

Lindemann enttäuscht auf ganzer Linie

Das Comeback von Stefan Lindemann bei der Eiskunstlauf-EM in Warschau kam einem Debakel gleich. Nach einem völlig misslungenen Kurzprogramm liegt der sechsmalige deutsche Meister nur auf Rang 17.

Bei der Eiskunstlauf-EM in Warschau ist das Comeback von Stefan Lindemann völlig misslungen. Der Auftritt des sechsmaligen deutschen Meisters beim Kurzprogramm wurde zu einem Debakel. Vor 1 500 Zuschauern im Torvar-Eispalast reichte es für den 26-Jährigen mit 54,21 Punkten nur zu Platz 17.

Die Leistung des WM-Dritten von 2004 reichte nicht einmal aus, um seinen nationalen Rivalen Philipp Tischendorf in die Schranken zu weisen. Der EM-Debütant aus Berlin überraschte mit einem nahezu fehlerfreien Programm und Rang 16 vor der Kürentscheidung am Donnerstag (18.30 Uhr/live bei Eurosport).

"Ich habe dafür keine Erklärung"

Dem zur Berliner Trainerin Viola Striegler gewechselten Lindemann hingegen gelang so gut wie nichts. An den dreifachen Lutz konnte er nur den doppelten Toe-Loop anhängen, beim dreifachen Axel stürzte er, den dreifachen Flip landete er nur mühsam auf zwei Füßen. "Ich habe dafür keine Erklärung, beim Einlaufen habe ich mich noch gut gefühlt", sagte der Zeitsoldat.

An der Spitze sorgte Tomas Verner für eine Überraschung. Der in Oberstdorf trainierende Tscheche lag mit 76,56 Punkten sogar vor dem Topfavoriten Brian Joubert aus Frankreich (75,18) sowie dem Weißrussen Sergej Dawidow (70,14). Der Wahl-Allgäuer profitierte allerdings von der Absage des Schweizer Weltmeisters Stephane Lambiel (Motivationsprobleme). Olympiasieger und Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko aus Russland hat seine Laufbahn beendet.

Flott und unbekümmert hatte Tischendorf schon am Mittag ein gelungenes EM-Debüt hingelegt. Der deutsche Vize-Meister musste als Erster der insgesamt 32 Läufer auf das Eis, ließ sich aber von dieser schwierigen Situation überhaupt nicht beeindrucken und reihte sich auf einem bemerkenswerten 16. Platz ein.

Tischendorf mit persönlicher Bestleistung

Mit 54,48 Punkten verbesserte er seine bisherige persönliche Bestleistung um fast zwei Zähler. Entscheidend hierfür war, dass dem 18 Jahre alten Schüler erstmals im Wettkampf eine Kombination aus dreifachem Lutz und dreifachem Toe-Loop gelang. Mit geballten Fäusten und einem strahlenden Lächeln fuhr Tischendorf am Ende des Programms vom Eis und fiel seiner Trainerin Romy Oesterreich in die Arme.

"So hatte ich mir meine erste EM ausgemalt, es hätte kaum besser laufen können", sagte Tischendorf, der zu den Trommelklängen des dänischen Safri-Duo lief. Dafür habe es sich gelohnt, zum Abschlusstraining um 5.15 Uhr aufzustehen. Auch die Betreuerin lobte den EM-Einstand ihres Schützlings überschwänglich: "Eine bravouröse Leistung von Philipp, das hat er super gemacht."

© SID

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