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21.01.2006

18:41 Uhr

Eiskunstlauf EM

Lindemann total enttäuscht, Pluschenko souverän

"Für mich ist das alles ein Rätsel" zeigte sich Stefan Lindemann nach seinem zwölften Platz bei der Eiskunstlauf-EM in Lyon konsterniert. Der Russe Jewgeni Pluschenko hat derweil seinen Titel erfolgreich verteidigt.

Stefan Lindemann ist bei der Eiskunstlauf-EM in Lyon in ein Formtief geschlittert. Der letztjährige EM-Dritte stürzte mit 176,70 Punkten auf den 12. Platz ab und fährt völlig verunsichert zu den Winterspielen nach Turin. Immerhin Achter (181,73) wurde der Oberstdorfer Silvio Smalun. Der schon nach dem Kurzprogramm führende Jewgeni Pluschenko fuhr souverän und praktisch ohne Fehler seinen fünften Titel ein. Der Vorjahressieger aus St. Petersburg begeisterte das Publikum als "Pate" und lag mit 245,33 Punkten deutlich vor Weltmeister Stephane Lambiel aus der Schweiz (228,87) sowie dem Franzosen Brian Joubert (222,95). Nach dem Ende seines begeisternden Programms ließ sich der St. Petersburger erleichtert und entkräftet auf das Eis fallen und genoss die Ovationen der Besucher.

Desaströses Abschlusstraining am Vormittag

Von der ersten Sekunde an kam Lindemann nicht in seine Kür zur Filmmusik "The Big Bounce" (Der große Knall) hinein. Der Erfurter präsentierte sich ohne Mut, hatte offenkundig Angst vor Stürzen und riss daher mehrere Sprünge vorzeitig auf. Nach einem desaströsen Abschlusstraining am Vormittag hatte der Thüringer von vornherein auf seine Vierfach-Dreifach-Kombination verzichtet.

Ex-Meister Smalun hingegen blieb zwar ebenfalls nicht ohne Fehler, ging aber aggressiv in seine Kür und wurde dafür mit der besten EM-Platzierung seiner Karriere belohnt. Er kam selbstbewusst vom Eis im mit 3 500 Zuschauern fast ausverkauften Palais des Sport, während Lindemann entnervt die Hände vors Gesicht schlug.

"Für mich ist das alles ein Rätsel"

"Für mich ist das alles ein Rätsel. Ich habe versucht, zu kämpfen, ich hoffe, dass man das gesehen hat", sagte der Sportsoldat, der aufgrund seiner Platzierungen in der Grand-Prix-Serie schon im alten Jahr fest für Turin nominiert worden war. Sportdirektor Udo Dönsdorf, der sich den Schützling von Trainerin Ilona Schindler schon am Freitag nach dem Kurzprogramm zur Brust genommen hatte, beschwor das Prinzip Hoffnung: "Er kann nicht alles verlernt haben, wir müssen ihn irgendwie aus diesem Loch herausholen."

Der Sieg Pluschenkos komplettierte den totalen Triumph für die Athleten aus Russland. Bei den Damen hatte Irina Slutskaja ihren Titel ebenso verteidigt wie die Paarläufer Tatjana Totmianina und Maxim Marinin sowie die Eistänzer Tatjana Nawka und Roman Kostomarow. Die europäischen Titelkämpfe 2007 werden vom 23. bis 27. Januar in Warschau ausgetragen.

© SID

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