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24.03.2006

09:56 Uhr

Eiskunstlauf WM

Schweizer Lambiel wieder Eiskunstlauf-Weltmeister

Stephane Lambiel hat bei der Eiskunstlauf-WM in Calgary seinen Titel verteidigt. Der Schweizer profitierte bei seinem Sieg allerdings vom Start-Verzicht des Olympiasiegers Jewgeni Pluschenko (Russland).

Stephane Lambiel ist wieder Eiskunstlauf-Weltmeister. Bei der WM in Calgary (Kanada) verteidigte der Schweizer in Abwesenheit von Olympiasieger Jewgeni Pluschenko (Russland) seinen Titel erfolgreich. Der Olympia-Zweite von Turin siegte mit 274,22 Punkten. Der deutsche Vizemeister Silvio Smalun aus Oberstdorf fiel noch vom 14. auf den 20. Platz zurück.

In Turin noch vom unschlagbaren Olympiasieger Jewgeni Pluschenko eindeutig in die Schranken verwiesen, nutzte Mädchenschwarm Lambiel den Startverzicht des Russen mit einer gelungenen Mischung aus Emotionen und Berechnung zum erneuten Titelgewinn. Vor einem Jahr bei der WM in Moskau hatte Pluschenko verletzungsbedingt aufgeben müssen.

"Es war wichtig, nach Kanada zu kommen, denn die Olympischen Spiele 2010 finden schließlich in Vancouver statt", sagte Lambiel, dessen WM-Teilnahme nach einer erneuten Knieverletzung kurzzeitig auf der Kippe gestanden hatte. Von dieser Blessur war vor 8 700 Zuschauern im Saddledome nichts zu spüren, wie schon in der Qualifikation lief der Eidgenosse die beste Kür, garniert mit zwei gelungenen Vierfach-Sprüngen.

Aus dem einstigen Pirouettenkönig mit Sprungschwächen ist mittlerweile ein Athlet geworden, um den sich Showveranstalter und Sponsoren reißen. Trotzdem ist Lambiel clever genug, langfristig zu denken und seinem lädierten Knie eine zweimonatige Pause zu gönnen: "Ich brauche das zur Erholung, ich muss mit meinem Knie sehr vorsichtig sein." In der kanadischen Ölmetropole hielt das Gelenk zur Kürmusik "Vier Jahreszeiten" allen Belastungen stand, Lambiel siegte mit 274,22 Punkten vor Ex-Europameister Brian Joubert aus Frankreich (270,83) und Evan Lysacek aus den USA (255,22).

Smaluns Zukunft ungewiss

Allesamt Läufer, die für Silvio Smalun einen neuen zukunftsweisenden Stil verkörpern. "Dafür bin ich mit 26 Jahren einfach schon zu alt´, sagte der deutsche Vizemeister ehrlich und selbstkritisch, nachdem er sich nach einer mittelmäßigen Leistung mit Rang 20 hatte zufriedengeben müssen. Und trotz der "besten Saison seiner Karriere" ist sich der Informatik-Student aus Oberstdorf noch nicht sicher, ob er auch im nacholympischen Winter noch einmal die Schlittschuhe schnüren will.

Sein Trainer Michael Huth, der noch vor einem Jahr nach der verkorksten WM in Moskau - sein Schützling war in der Qualifikation ausgeschieden - eher zu einem Laufbahnende tendierte, hat sich mittlerweile eines anderen besonnen: "Silvio hat diese Saison so viel dazugelernt, er kann sich noch weiter entwickeln."

© SID

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