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06.01.2008

11:16 Uhr

Eisschnelllauf DM

Wolf bleibt bei Sprint-DM in Inzell konkurrenzlos

Jenny Wolf ist mit einem souveränen Vier-Strecken-Sieg in Inzell zu ihrem insgesamt neunten deutschen Meistertitel gelaufen. Lokalmatadorin Heike Hartmann wurde Zweite und löste damit ihr Ticket für die Sprint-WM.

In Deutschland ist Jenny Wolf auf der Sprintdistanz das Maß aller Dinge. Die Eisschnelllauf-Weltmeisterin hat mit einem souveränen Vier-Strecken-Sieg ihren Titel bei den deutschen Sprint-Meisterschaften in Inzell erfolgreich verteidigt. Die Berlinerin gewann in 1:21,95 Minuten auch den abschließenden 1 000-m-Lauf und holte mit 159,135 Punkten ihren insgesamt neunten nationalen Meistertitel. Wolf profitierte von der Absage von Top-Favoritin Anni Friesinger, die wegen eines entzündeten Insektenstiches fehlte.

Zweite wurde mit großem Rückstand Heike Hartmann aus Inzell (160,820 Zähler), die sich damit auch das letzte Ticket für die Sprint-WM in zwei Wochen in Heerenveen sicherte. Hartmann setzte sich knapp gegen die drittplatzierte Erfurterin Pamela Zoellner (160,885) durch. Wolf und Friesinger waren bereits für die WM qualifiziert.

Tobias Schneider verteidigt Mehrkampf-Titel

Deutsche Mehrkampf-Meisterin wurde erstmals die Berlinerin Kartin Mattscherodt (170,752) vor Alexandra Lipp aus Grefrath (171,286). Lipp erhielt trotzdem nicht das zweite Ticket für die EM in einer Woche in Kolomna. Team-Olympiasiegerin Lucille Opitz (Erfurt) trat zwar wegen einer Erkältung auf Rang zwei liegend nicht zum abschließenden 3 000-m-Lauf an, darf aber dennoch nach Russland mitfahren. Die Team-Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein (Training in Norwegen) und Daniela Anschütz-Thoms (Erkältung), die in Inzell ebenfalls fehlten, waren bereits für die EM gesetzt.

Die Männerriege in Kolomna führt der Berliner Tobias Schneider an, der seinen Vorjahressieg nach Erfolgen über 1500m und 5000m wiederholte. Außerdem fahren Robert Lehmann und Marco Weber mit nach Russland.

Heinze stellt die Sinnfrage

Währenddessen denkt Verbands-Präsident Gerd Heinze nach der Absage von Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Co. schon offen über Sinn und Zweck der Wettkämpfe nach. "Seit 15 Jahren versuchen wir, unserer Mehrkampf-Meisterschaft mehr Profil zu geben. Es ist uns bis jetzt leider noch nicht geglückt. Vielleicht nennen wir in Zukunft diese Meisterschaften nur noch EM-Qualifikation", meinte der Boss der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg). Sogar eine Verlegung der ungeliebten Titelkämpfe in den Sommer scheint möglich. "Über einen solchen Vorschlag müssten wir erst einmal nachdenken und neu beraten", erklärte Heinze.

Zumindest Wolf hatte vor nicht mal 100 Zuschauern ihren Spaß. "Es war Klasse, mal wieder draußen zu laufen. Der Regen war zwar unangenehm, aber ich habe mich durchgekämpft", sagte die 28-Jährige, für die nun der Feinschliff für die Sprint-WM in zwei Wochen in Heerenveen beginnt: "Besonders gefreut haben mich die beiden 1 000-m-Siege. Auf dieser Strecke werde ich immer stabiler. Theoretisch ist bei der WM eine Medaille drin, aber nur theoretisch." Gegen komplette Läuferinnen wie Friesinger ist 500-m-Expertin Wolf wegen ihrer Schwäche auf der langen Sprint-Distanz in Heerenveen im Kampf um den Sieg aber chancenlos.

Trostlosigkeit dominiert die Titelkämpfe

Die für die kommenden Großereignisse schon qualifizierten Friesinger (entzündeter Insektenstich), Pechstein (Training in Norwegen) und Daniela Anschütz-Thoms (Erkältung) führten in Inzell die lange Liste der unpässlichen Sportlerinnen und Sportler an. Was folgte, waren deutsche Meisterschaften, die an Trostlosigkeit kaum noch zu überbieten waren.

Das einzige Glanzlicht setzte Wolf, die im ersten 500-m-Lauf in guten 38,94 Sekunden den Grundstein für ihren Durchmarsch legte. Am Sonntag war sie im Regen auf ihrer Paradestrecke fast eine Sekunde langsamer. Lediglich Insidern brachte der Kampf um die letzten Tickets für die EM in einer Woche in Kolomna und die Sprint-WM in zwei Wochen in Heerenveen etwas Spannung.

© SID

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