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06.01.2011

11:38 Uhr

Eisschnelllauf EM

Nachwuchs rückt bei EM ins Rampenlicht

Das deutsche Eisschnelllaufteam baut bei der EM am Wochenende auf den Nachwuchs. "Unser Ziel ist eine Läuferin im Finale der besten Zwölf", sagen die Verantwortlichen.

Bundestrainer Markus Eicher gibt sich vor der EM bescheiden. Foto: SID Images/elementalsports SID

Bundestrainer Markus Eicher gibt sich vor der EM bescheiden. Foto: SID Images/elementalsports

Mit äußerst geringen Erwartungen gehen die deutschen Eisschnellläuferinnen am Wochenende bei den Europameisterschaften in Klobenstein an den Start. Nach dem Karriereende der "Golden Girls" Anni Friesinger und Daniela Anschütz-Thoms sowie der Rückenverletzung von Stephanie Beckert rückt der Nachwuchs ins Rampenlicht. Platzierungen in den Top zehn dürften aber kaum möglich sein.

"Es klingt bitter, aber es ist so: Wir haben derzeit keine guten Mehrkämpferinnen", sagt Bundestrainer Markus Eicher und legte den Finger in die Wunde. "Wir wurden über Jahre von unseren Athletinnen verwöhnt. Das waren echte Siegläuferinnen. Doch damit ist Schluss", sagte Eicher, der keine falschen Hoffnungen wecken wollte: "Daran wird sich auf Jahre nichts ändern."

Eicher setzt für die dreitägige Veranstaltung in Südtirol gezwungenermaßen auf die Jugend. Der frühere Coach von Olympiasiegerin Friesinger, die sich in Italien erstmals als Reporterin eines niederländischen TV-Senders versucht, nominierte die Nachwuchsläuferinnen Isabell Ost (Berlin/22), Bente Kraus (Berlin/21) und Jennifer Bay (Dresden/19). "Für die Mädels ist das eine positive Sache. Sie können sich auf großer Bühne beweisen", sagt Teamchef Helge Jasch.

Bescheidene Ziele

Zu einem lockeren Ausflug wird die EM für das Trio keineswegs. Die Vorgaben sind klar. "Unser Ziel ist eine Läuferin im Finale der besten Zwölf", sagt Jasch. Zwei Athletinnen sollten nach der Kalkulation des Teamchefs unter die ersten 14 kommen, um zwei Startplätze für die Allround-WM in Calgary zu sichern.

Im Vergleich zu den Vorjahren wurden die Ansprüche deutlich zurückgeschraubt. Insbesondere der Mehrkampf über vier Strecken war in der Historie stets eine Domäne der deutschen Läuferinnen. Angeführt von Gunda Niemann-Stirnemann (Erfurt/8 Siege) kommen die vier erfolgreichsten Läuferinnen der EM-Geschichte aus Deutschland.

Noch bescheidener als bei den Frauen sieht es derzeit bei den Männern aus. Den Routiniers Robert Lehmann (Erfurt/27) und Tobias Schneider (Berlin/29) gelang auch in Ermangelung guter Nachwuchsläufer die Qualifikaton für Klobenstein. Jasch traut beiden den Sprung in die Top 15 zu, der einen Startplatz bei der WM in Kanada sichern würde.

© SID

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