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12.01.2007

18:11 Uhr

Eisschnelllauf EM

Pechstein mit durchwachsenem EM-Start

Claudia Pechstein hat bei der Mehrkampf-EM der Eisschnellläufer in Klobenstein einen weiten Weg zur Titelverteidigung vor sich. Die Berlinerin liegt nach den 500m auf Rang vier. Es führt die Niederländerin Ireen Wüst.

Favoritin Ireen Wüst aus den Niederlanden hat Titelverteidigerin Claudia Pechstein zum Auftakt der Eisschnelllauf-EM in Klobenstein Kopfzerbrechen bereitet. In Abwesenheit von Mehrkampf-Königin Anni Friesinger lief die Berlinerin im einzigen Frauen-Rennen des Auftakttages auf der von ihr ungeliebten 500-m-Distanz 40,16 Sekunden und belegte damit nur Rang vier.

Die souveräne Führung übernahm auf der Freiluftbahn in Südtirol ausgerechnet Wüst, Pechsteins wohl größte Rivalin um den Sieg. Die 3 000-m-Olympiasiegerin lief 39,51 Sekunden und gewann damit vor den Russinnen Jekaterina Abramowa (39,91) und Jekaterina Lobischewa (40,15).

"Das ist nicht wie erhofft gelaufen. Der Abstand zu Wüst ist schon sehr groß, den hätte ich gerne kleiner gehalten", sagte Pechstein, die sich aber kämpferisch gab: "Wir laufen insgesamt 10 000 Meter, da werde ich nicht schon nach 500 aufgeben." 1999 kam letztmals eine Siegerin in dem jährlich ausgetragenen Wettbewerb nicht aus Deutschland.

Anschütz-Thoms im Pech

Auch Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms (Erfurt) war nach ihrem Lauf in 40,63 Sekunden auf Rang sieben alles andere als glücklich. "Das Gestell am Schuh hat sich etwas gelöst, da gingen die Schritte ins Leere", berichtete die Erfurterin. Über die Tatsache, dass die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) ihren Heim-Trainer Stephan Gneupel aus Kostengründen nicht mit nach Südtirol fahren ließ, war Anschütz sogar erbost: "Das ist einfach nur ungerecht. Anni und Claudia werden da anders behandelt."

Pechstein haderte dagegen mit dem Kampfrichter, der ihr beim ersten Versuch einen Fehlstart aufgebrummt hatte: "Der hat mich sehr genervt, weil er viel zu lange gewartet hat. Beim zweiten Versuch waren dann die Windverhältnisse schlechter." Sie legte zwar die beste Angangszeit (10,98) aller Läuferinnen hin, doch am Schluss verlor Pechstein viel Zeit.

Deutsche Männer im Mittelfeld

Den deutschen Herren gelang derweil ein durchwachsener Auftakt. Tobias Schneider lief zunächst den Sprint in 37,48 Sekunden und ließ dann mäßige 6:35,72 Minuten über 5000m folgen. Das reichte für den deutschen Hoffnungsträger zur "Halbzeit" für den neunten Gesamtplatz. Stefan Heythausen (37,46/6:42,44) belegt Rang 14. Der Niederländer Sven Kramer (36,76/6:15,65) übernahm vor allem wegen seines grandiosen Freiluft-Weltrekordes über 5000m die Führung vor Lokalmatador und Titelverteidiger Enrico Fabris (36,38/6:20,28).

"Wichtig war erstmal, ohne grobe Fehler durchzukommen. Das war die Pflicht, jetzt startet für mich die EM richtig. Ich will mich kontinuierlich nach vorne arbeiten", hatte Schneider schon nach dem 500-m-Rennen gesagt - blieb dann aber hinter den Erwartungen zurück und verbesserte sich nur um einen Platz.

Der 25 Jahre alte Sportsoldat hat damit seine Außenseiterchance auf einen Podestplatz schon verspielt. Die letzte EM-Medaille für die deutschen Herren holte ein gewisser Julius Seyler im vorletzten Jahrhundert - 1 897 in Heerenveen.

© SID

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