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12.01.2007

09:02 Uhr

Eisschnelllauf EM

Pechstein ohne Druck zur Titelverteidigung

Bei der heute beginnenden Eisschnelllauf-EM im Mehrkampf im italienischen Klobenstein hofft Vorjahressiegerin Claudia Pechstein auf einen erneuten Erfolg. Allerdings will sich die Berlinerin nicht unter Druck setzen.

Wenn heute die Mehrkampf-Europameisterschaft der Eisschnellläufer im italienischen Klobenstein startet, ist Topfavoritin Anni Friesinger zwar nicht am Start, doch in Vorjahressiegerin Claudia Pechstein hat die Deutsche Eisschnelllauf Gemeinschaft (Desg) ein weiteres heißes Eisen im Feuer. "Natürlich würde ich gerne meinen Titel verteidigen und so glänzen wie im vergangenen Jahr in Hamar", sagt Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin.

Doch Pechstein will sich bei ihrer 15. EM-Teilnahme auf der Freiluftbahn in Südtirol nicht in die Favoritenrolle drängen lassen: "Ich setze mich nicht unter Druck. Ich will nur die für mich optimale Leistung bringen. Dann sehen wir weiter."

Konkurrenz auch ohne Friesinger stark

Zurückhaltung ist in der Tat angebracht. Friesinger verzichtet zwar auf ihren Lieblingswettbewerb, den sie bereits fünfmal gewonnen hat, um sich voll auf die Sprint-WM eine Woche später in Hamar zu konzentrieren. Doch die Konkurrenz für die zweimalige Europameisterin Pechstein ist dennoch hart.

"Ich erwarte einen spannenden Vierkampf zwischen Claudia Pechstein, Daniela Anschütz-Thoms sowie den Niederländerinnen Ireen Wüst und Renate Groenewold", sagt Damen-Bundestrainer Markus Eicher. Vor allem die erst 20 Jahre alte Olympiasiegerin Wüst lief zuletzt in bestechender Form und schaffte im Vierkampf bei den niederländischen Meisterschaften sogar eine bessere Punktzahl als Friesinger bei den deutschen Titelkämpfen kurz vor Jahreswechsel in Berlin. Dort hatte sie souverän vor Pechstein gewonnen.

Nicht zuletzt deshalb lehnte sich Wüst auch weit aus dem Fenster: "Schade, dass Anni nicht in Klobenstein dabei ist. Aber wenn sie sich nicht stellt, muss ich sie halt ein anderes Mal schlagen." Zum Mehrkampf-Duell zwischen Wüst und Friesinger, die bis Donnerstag in Klobenstein trainierte und an diesem Tag dort auch ihren 30. Geburtstag feierte, wird es bei der WM in Heerenveen (9. bis 11. Februar) kommen.

Schneider schielt nach Medaillen

Derweil rüstet sich der Berliner Tobias Schneider, der bei den deutschen Meisterschaften nach wir Siegen auf vier Strecken einen nationalen Rekord Aufgestellt hatte, für weitere Großtaten. Der Niederländer Sven Kramer und Lokalmatador Enrico Fabris seien für ihn nicht erreichbar, "aber alle anderen sind schlagbar", erklärt der Berliner, der seine rasante Entwicklung in diesem Jahr selbst noch kaum fassen kann: "Dass sich alles so entwickelt, war nicht absehbar. Das macht Lust auf mehr."

Sollte dem neuen Hoffnungsträger tatsächlich der Sprung aufs Podest glücken, würde ihm damit Historisches gelingen. Die letzte EM-Medaille für die deutschen Männer holte ein gewisser Julius Seyler im vorletzten Jahrhundert - 1 897 in Heerenveen.

© SID

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