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12.01.2008

14:51 Uhr

Eisschnelllauf EM

Pechstein und Anschütz-Thoms in Kolomna auf Kurs

Die Team-Olympiasiegerinnen Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms haben bei der Eisschnelllauf-EM im russischen Kolomna ihre Medaillen-Chancen vor den letzten beiden Rennen gewahrt.

Claudia Pechstein und Daniela Anschütz-Thoms haben ihre Medaillen-Chancen bei der Eisschnelllauf-EM im russischen Kolomna gewahrt. Vor den entscheidenden beiden Rennen erreichte Pechstein trotz einer Erkältung nach Rang fünf über 500m und den vierten Platz im 3 000-m-Rennen. Zudem ist die Team-Olympiasiegerin nach zwei von vier Läufen Dritte der Gesamtwertung. Auch Anschütz-Thoms hat nach den Rängen sieben und fünf als Gesamt-Vierte die führenden Niederländerinnen Ireen Wüst und Paulien van Deutekom noch in Sichtweite.

Dennoch blieb Pechstein zurückhaltend. "Eine Medaille wäre schön, aber ich rechne mir nichts aus. Die 3000m fielen mir mit meiner Erkältung doch schwerer als erwartet. Trotzdem will ich am Sonntag angreifen", sagte Pechstein. Ihr Trainer Peter Müller war dagegen optimistischer: "Claudia ist immer noch gut für Gold."

Die zweimalige Europameisterin ging vor 6 500 Zuschauern in der ausverkauften Eis-Arena der 150 000-Einwohner-Stadt 120 Kilometer von Moskau entfernt sehr offensiv zu Werke. Über die ungeliebten 500m belegte sie zum Auftakt beim Sieg von Lokalmatadorin Jekaterina Lobischewa in 39,52 Sekunden den fünften Platz, nachdem sie die schnellste 100-m-Angangszeit aller Teilnehmerinnen hingelegt hatte. "Das war sehr gut, darauf lässt sich aufbauen", meinte Pechstein zu ihrer Sprint-Leistung.

Gute Ausgangsposition für zweiten Tag

Danach lieferte sie sich im direkten Duell mit Anschütz-Thoms, die über 500m Siebte geworden war, ein Klasse-Duell über 3000m. Pechstein hatte in 4:04,66 im Ziel die Schlittschuhspitze vor der Erfurterin (4:04,71), die Ränge vier beziehungsweise fünf bescherten beiden eine gute Ausgangsposition für den zweiten Tag.

Dennoch war Anschütz-Thoms weniger zufrieden. "Die Zeit ist okay, aber ich habe auf dieser Zappelstrecke einfach zu viele Fehler gemacht. Ich habe mehr drauf", hatte die Erfurterin nach dem Sprint gesagt und fügte nach dem zweiten Rennen hinzu: "Es ging ganz gut, aber ich hätte Wüst und vor allem van Deutekom nicht so stark eingeschätzt."

Entscheidung am Sonntag

Die Entscheidung fällt am Sonntag nach den Rennen über 1 500 und 5000m. Titelverteidigerin Martina Sablikova aus Tschechien gewann zwar wie erwartet die 3000m, muss aber nach Rang elf über die 500m als Gesamtsechste am zweiten Tag eine Aufholjagd starten, um wie im Vorjahr Wüst noch den Sieg wegzuschnappen.

Die fünfmalige Europameisterin Anni Friesinger verzichtete wie schon im Vorjahr auf die Mehrkampf-Titelkämpfe. Die 31-Jährige konzentriert sich voll auf ihre Titelverteidigung bei der Sprint-WM in einer Woche in Heerenveen und wird auch bei der Mehrkampf-WM in Berlin (9./10. Februar) nicht an den Start gehen.

Bei den Männern dominierte Vorjahressieger Sven Kramer mit zwei ersten Plätzen über 500 und 5 000 m die Konkurrenz fast nach Belieben. Hinter dem Niederländer belegen der Norweger Havard Bökko und dessen Landsmann Wouter Olde Heuvel schon mit großem Abstand die folgenden Ränge. Als bester Deutscher liegt zur Halbzeit der Erfurter Robert Lehmann auf Platz neun, einen Rang vor dem deutschen Meister Tobias Schneider aus Berlin. Marco Weber (Chemnitz) muss als 15. um die Qualifikation für den abschließenden 10 000-m-Lauf bangen.

© SID

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