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14.01.2007

12:58 Uhr

Eisschnelllauf EM

Sablikova läuft mit Weltrekord zum EM-Titel

Der Europameisterschaftstitel im Eisschnelllauf geht überraschend in die Tschechische Republik. Martina Sablikova gewann die abschließenden 5000m in Weltrekordzeit und fing damit die Niederländerin Ireen Wüst noch ab.

Überraschend hat sich die Tschechin Martina Sablikova erstmals zur Eisschnelllauf-Europameisterin gekürt und damit auf der Freiluftbahn in Klobenstein/Südtirol die deutsche EM-Erfolgsserie beendet. Ohne Anni Friesinger und mit einer schwachen Claudia Pechstein verpassten die erfolgverwöhnten deutschen Damen erstmals seit 1974 einen EM-Podestplatz. Sablikova ist die jüngste Europameisterin aller Zeiten und die erste seit 1999, die nicht aus Deutschland kommt.

Als Fünfte war Titelverteidigerin Pechstein sogar nur zweitbeste Desg-Läuferin hinter der Erfurter Team-Olympiasiegerin Daniela Anschütz-Thoms, die auf Platz vier ebenfalls den angestrebten Medaillenrang verfehlte. Zweite hinter Langstreckenspezialistin Sablikova (162,945) wurde die Niederländerin Ireen Wüst, die im abschließenden 5 000-m-Lauf ein Polster von 14,05 Sekunden auf die Tschechin sensationell noch verspielte, vor ihrer Teamkollegin Renate Groenewold.

Claudia Pechstein ratlos

"Gekämpft habe ich, aber es ging gar nichts. Ich weiß nicht, woran es liegt", meinte die ratlose und restlos bediente Pechstein, die ihren dritten Titel verpasste und ihr schlechtestes EM-Ergebnis seit 14 Jahren einfuhr.

Ihr Trainer Joachim Franke konnte seine Sorgen nur schwer verbergen und redete Klartext. Die Plätze vier (500m), sieben (1 500) und sechs (3 000) bewegten sich "nicht auf ihrem Niveau". Über 5000m wurde Pechstein zwar Dritte (7:10,05), hatte aber knapp zwölf Sekunden Rückstand auf Sablikova, die mit ihrem Freiluft-Weltrekord (6:58,45) Wüst noch abfing und am Ende einen winzigen Vorsprung von 0,032 Punkten hatte. Die Situation, so weit hinter der Spitze zu laufen, sei laut Franke für seinen Schützling neu: "Wichtig ist, dass wir jetzt nicht den Kopf verlieren."

Weniger alarmierend ist die Lage für Anschütz, die durch einen selbst verschuldeten Materialfehler am ersten Tag wohl eine noch bessere Platzierung verschenkte. "Beste Deutsche zu sein, ist immerhin etwas", meinte die 32-Jährige, die mit Blick auf das Ende der deutschen Serie allerdings nichts beschönigen wollte: "Das ist schon traurig bei so einer Riesentradition." Von 25 möglichen Titeln gingen 19 an deutsche Läuferinnen.

Bei den Männern tröstete Sven Kramer mit seinem Sieg die zahlreichen "Oranje"-Fans über die Wüst-Pleite hinweg. Der 20-Jährige siegte vor Titelverteidiger Enrico Fabris (Italien) und seinem Landsmann Carl Verheijen. Der Berliner Tobias Schneider wurde Siebter und sorgte für das beste deutsche Männer-Ergebnis seit acht Jahren.

© SID

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