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26.01.2010

15:48 Uhr

Eisschnelllauf Olympia

Bach: "Jetzt herrscht Klarheit für alle Seiten"

Nach Claudia Pechsteins endgültigem Olympia-Aus fordert Dosb-Präsident Thomas Bach im SID-Gespräch volle Aufmerksamkeit für die teilnehmenden Athleten.

Dosb-Präsident Thomas Bach. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Dosb-Präsident Thomas Bach. Foto: Bongarts/Getty Images

Claudia Pechstein darf nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Vancouver. Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb), spricht im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) über die Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts und zukünftige Gespräche mit der Eisschnellläuferin.

SID: "Claudia Pechstein darf sich nach einer Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts endgültig keine Hoffnungen mehr auf eine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Vancouver machen. Sind Sie froh, dass Ihnen weitere Diskussionen über diesen Fall vor und während der Spiele erspart bleiben?"

Thomas Bach: "Nein, das ist die völlig falsche Herangehensweise an dieses Thema. Der Dosb hat sich nie an Diskussionen oder Spekulationen beteiligt. Wir haben immer gesagt, wir werden eine Entscheidung treffen, wenn das Schweizer Bundesgericht ihrem Eilantrag stattgibt. Das hat es nicht getan."

SID: "Wie bewerten Sie die Entscheidung des Bundesgerichtes?"

Bach: "Jetzt herrscht in Bezug auf Vancouver Klarheit für alle Seiten."

SID: "Und über Vancouver hinaus? Die zuständige Bundesrichterin macht in ihrer Begründung Pechstein kaum noch Hoffnungen auf einen Erfolg im Hauptsacheverfahren, in dem es grundsätzlich um die Rechtmäßigkeit ihrer Zwei-Jahres-Sperre geht."

Bach: "Es ist in der Tat deutlich, dass die Erfolgsaussichten durch das Schweizer Bundesgericht bewertet worden sind. Für den Dosb und seine Athleten kommt es aber nun nicht darauf an zu spekulieren. Wir wollen alle das Augenmerk auf den Sport und die Athleten der deutschen Olympiamannschaft richten. Die qualifizierten Athleten haben sich durch ihre hervorragenden Leistungen die volle Aufmerksamkeit verdient."

SID: "Pechstein will weiter kämpfen und hat mit Unverständnis auf die Entscheidung reagiert. Können Sie das nachempfinden?"

Bach: "Dieser Fall hat eine tiefe menschliche Komponente, das werden wir nicht verkennen. Wir haben vor der Entscheidung Gespräche mit ihr geführt, und wir werden diese Gespräche fortsetzen."

SID: "Wie passt das mit Ihren Aussagen zusammen, die Sie unmittelbar nach der Bestätigung von Pechsteins Sperre durch den internationalen Sportgerichtshof CAS getroffen haben. Damals haben Sie unmissverständlich klar gemacht, dass Sie Pechstein für eine Dopingsünderin halten. Sie haben sie sogar aufgefordert, Hintermänner zu nennen..."

Bach: "Ein solcher Dialog ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Wir leben schließlich in einem Rechtsstaat, nicht in einem mittelalterlichen Rechtssystem."

© SID

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