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17.01.2006

08:52 Uhr

Eisschnelllauf Olympia

Deutsche Eiskunstläufer kämpfen um Turin-Tickets

In Lyon starten heute die Eiskunstlauf-Europameisterschaften. Für einige der deutschen Teilnehmer geht es dabei vor allem um die Tickets für die Olympischen Winterspiele. Stefan Lindemann ist in Turin schon sicher dabei.

Die deutschen Eiskunstläufer bestreiten ab heute ihren letzten Kampf um die Tickets für die Olympischen Winterspiele in Turin. In Lyon (Frankreich) stehen die Europameisterschaften auf dem Programm. "Es wäre schön, wenn unser Team zumindest größer wäre als das von 2002 in Salt Lake City", hofft Reinhard Mirmseker, Präsident der Deutschen Eislauf-Union (DEU). In der Mormonenstadt standen lediglich vier DEU-Athleten in der deutschen Olympia-Mannschaft.

"Bei optimaler Leistung auf dem Podium"

Sicher dabei sind die deutschen Paarlauf-Meister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy, die ehemalige Ukrainerin erhielt in der vergangenen Woche den ersehnten und für die Olympia-Teilnahme obligatorischen deutschen Pass. "Bei optimaler Leistung sind sie auf dem Podium dabei", glaubt Mirmseker, der die Schützlinge des ehemaligen Chemnitzer Paarlauf-Weltmeisters Ingo Steuer für einen absoluten Glücksfall hält: "Sie erregen Aufmerksamkeit auf dem Eis, das kann man nicht lernen oder antrainieren."

Der letztjährige EM-Dritte Stefan Lindemann (Erfurt) hingegen ist eher ein Arbeiter auf dem eisigen Parkett, und angesichts seiner bislang durchwachsenen Leistungen im olympischen Winter wäre eine Wiederholung seines Vorjahres-Erfolges eine Überraschung. Lindemann: "Ich bin zwar nicht ständig am Grübeln, aber mit den Leistungen der vergangenen Wochen komme ich international nicht weit." Immerhin: Unabhängig vom Abschneiden im Palais des Sports hat der Stabsunteroffizier der Bundeswehr die Olympia-Qualifikation bereits in der Tasche.

Lindemann weiter mit Dytrt

Davon kann seine neue Trainingspartnerin und Untermieterin Annette Dytrt momentan nur träumen. Die deutsche Meisterin beendete am Silvestertag Knall auf Fall die Zusammenarbeit mit Trainerin Shanetta Folle in München und setzt nun auf die Dienste von Lindemann-Betreuerin Ilona Schindler. Die wusste zum Jahreswechsel "gar nicht so recht, wie ich mich verhalten sollte", erklärte sich dann aber bereit, bis auf weiteres mit der nervenschwachen Dytrt zu arbeiten.

Für die gebürtige Tschechin ist Rang acht die olympische Messlatte, Gleiches gilt für die beiden Paare hinter Sawtschenko und Szolkowy. Das interne Duell bestreiten die deutschen Vize-Meister Rebecca Handke und Daniel Wende (Möhnesee/Essen) sowie Eva-Maria Fitze und Rico Rex. Die Chemnitzer werden in Lyon von Susanne Scheibe betreut, nachdem Steuer eine weitere Zusammenarbeit wegen unterschiedlicher Trainingsauffassungen abgelehnt hatte.

Ein elfter Platz würde den deutschen Meistern Christina und William Beier aus Dortmund für Turin reichen. Als 15. des Vorjahres ist dies bei den bröckelnden, aber durchaus noch vorhandenen Hierarchien im Eistanz allerdings ein äußerst schwieriges Unterfangen.

"Es muss alles optimal laufen"

Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Weltklasse-Paar Margarita Drobiazko und Povilas Vanagas aus Litauen nach dreijähriger Pause in der internationalen Spitze zurückgemeldet hat. "Es muss alles optimal laufen, dann ist Rang elf nicht utopisch", glaubt Christina Beier, die wie ihr Bruder William den Wechsel zu Erfolgscoach Martin Skotnicky nach Oberstdorf nicht bereut hat.

© SID

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