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18.01.2010

14:57 Uhr

Eisschnelllauf Olympia

Pechstein plant Veröffentlichung einer Biographie

Claudia Pechstein wird wohl im Frühjahr ein Buch über ihr Leben und ihre Karriere veröffentlichen. "Einige Leute müssen zittern", so die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin.

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein. Foto: Bongarts/Getty Images

Entspannt räkelt sich Claudia Pechstein auf dem Fahrersitz ihres gesponsorten dunkelblauen Mittelklassewagens, aber beim Verlassen des Autos kehren die Sorgenfalten in ihre Gesichtszüge zurück. Der verbissen und mit allen Mitteln geführte Kampf um ihren Traum von der Olympia-Teilnahme in Vancouver hat bei der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Spuren hinterlassen. Dennoch will Pechstein die Auseinandersetzung um ihre Zwei-Jahres-Sperre bis zum bitteren Ende führen - und dann mit ihren Gegnern in einem Buch abrechnen.

"Da kommt fast jeden Tag ein neues Kapitel dazu"

Pechstein schreibt an einer Autobiografie, die voraussichtlich im Frühjahr erscheint und angeblich Enthüllungen beinhalten soll. "Einige Leute müssen zittern", sagte die 37-Jährige geheimnisvoll und kündigte an, dass ihre Sperre ein zentrales Thema sein werde: "Da kommt ja fast jeden Tag ein neues Kapitel dazu. Das Buch wird immer dicker und dicker."

Neuen Stoff zum Schreiben dürfte auch die letzte Nominierungsrunde des Deutschen Olympischen Sport-Bundes (Dosb) am kommenden Freitag hergeben. Denn sollte das Schweizer Bundesgericht dem Eilantrag zur Aussetzung der Sperre bis zum endgültigen Urteilsspruch stattgeben, könnte der Fall Pechstein für den Dosb plötzlich wieder eine Rolle spielen.

"Ich gehe davon aus, dass das Schweizer Bundesgericht diesen Termin auf dem Schirm hat und hoffe, dass es das Tempo der Entscheidung beschleunigen wird", sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel. Die Frist für die Stellungnahme der Gegenseite endete am Montag.

"Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt"

Bei einer positiven Entscheidung im Eilantrag hofft Pechstein fast schon verzweifelt auf das Wohlwollen des Dosb. "Eigentlich sollte das Interesse da sein, die erfolgreichste Wintersportlerin des Landes dabei haben zu wollen", sagte Pechstein: "Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt."

Noch ist allerdings offen, ob die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (Desg) Pechstein im Falle des Aussetzens der Sperre zur Nominierung vorschlagen würde. Für den Start im Teamwettbewerb muss Pechstein keine Olympianorm erfüllt haben. Zudem hatte Sportdirektor Günter Schumacher bereits darauf hingewiesen, dass Pechstein mit ihrem 13. Platz über 3000m beim Weltcup in Salt Lake City immerhin die Zeitnorm des Weltverbandes ISU erfüllt habe.

Ob die Polizeimeisterin aber überhaupt konkurrenzfähig an den Start gehen würde, ist fraglich. Derzeit kann sie nicht wie gewohnt trainieren, sondern wegen Rückenproblemen nur Ergometer-Training absolvieren. "Wenn man andere Sachen im Kopf hat, schlägt sich das oft auf den Körper nieder", erklärte Pechstein.

Der Eisschnelllauf-Weltverband ISU hatte die Berlinerin aufgrund von Indizien wegen Dopings gesperrt. Der Oberste Sportgerichtshof CAS bestätigte die Strafe, gegen die sie zurzeit vor dem Schweizer Bundesgericht vorgeht.

© SID

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