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28.01.2007

16:10 Uhr

Eisschnelllauf Weltcup

Friesinger nimmt erfolgreich Weltcup-Revanche

Anni Friesinger hat an Cindy Klassen erfolgreich Revanche für die Niederlage am Samstag genommen. Die Deutsche gewann das 500-m-Rennen am Sonntag in Heerenveen in einer Zentimeterentscheidung.

Die Entscheidung war so knapp, dass sich Anni Friesinger nach dem Zieleinlauf erst einmal auf der Anzeigetafel vergewissern musste, ob sie tatsächlich gewonnen hat. Die Deutsche hat ihre erste Saison-Niederlage im Eisschnelllauf-Weltcup nicht lange auf sich sitzen gelassen und nach der geglückten Revanche gegen Erzrivalin Cindy Klassen im Kufen-Mekka Heerenveen ihren 43. Weltcup-Sieg gefeiert. Die Weltrekordlerin aus Kanada hatte im ersten 1 000-m-Rennen am Samstag der Team-Olympiasiegerin aus Inzell nach sechs Erfolgen in sechs Weltcup-Rennen die erste Niederlage beigebracht.

"Das war ein Superrennen, diesmal hatte ich die Nase vorne. Und ich muss sagen: Ich stehe schon lieber ganz oben auf dem Treppchen", meinte Friesinger, die die fünffache Medaillensiegerin bei Olympia in Turin um die Winzigkeit von fünf Hundertstelsekunden hinter sich ließ. Klassen hatte ihrerseits am Samstag 17 Hundertstel Vorsprung gehabt. Damit gaben die beiden Kufen-Superstars dem sachkundigen Publikum in Heerenveen einen Vorgeschmack auf die Mehrkampf-WM in zwei Wochen an selber Stelle, wenn Friesinger und Klassen erneut Topfavoritinnen sind.

Friesinger: "So schnell konnte ich die Akkus nicht aufladen"

Friesinger war trotz des ersten Fleckens auf ihrer weißen Weste alles andere als enttäuscht. "Natürlich bin ich froh, dass mir die Revanche geglückt ist. Aber jede Medaille ist schön. Ich habe mein Bestes gegeben", sagte die Team-Olympiasiegerin: "Die Sprint-WM vorige Woche hat viel Energie gekostet, so schnell konnte ich die Akkus nicht wieder aufladen." Ihr Trainer Gianni Romme ergänzte: "Cindy wird jede Woche besser. Sie ist außerdem nicht irgendjemand, sondern die Weltrekordlerin."

Ursprünglich wollte Friesinger in der Thialf-Halle nur am Samstag starten, entschied aber nach ihrem zweiten Platz kurzfristig anders. Die ehemalige Eishockeyspielerin Klassen hatte wegen Motivationsproblemen im ersten Saisonabschnitt pausiert und bestritt im niederländischen Kufen-Mekka ihre ersten Weltcup-Rennen.

"Kuschelverbot" für Romme und Friesinger

Auf Umarmungen nach dem Rennen verzichteten Romme und Friesinger allerdings, denn das Duo hat sich selbst ein "Kuschelverbot" auferlegt. "Bevor du dich versiehst, steht in den deutschen Zeitungen, dass Anni ihren Freund Ids Postma wegen mir verlassen hat. Ich bin da sehr vorsichtig", sagte Romme. Das Duo will deshalb auch künftig nach großen Siegen auf Umarmungen verzichten.

Derweil wurde die Berlinerin Jenny Wolf wie schon bei der Sprint-WM in Hamar erneut zur tragischen Figur. Die 27 Jahre alte Germanistik-Stundentin gewann das erste 500-m-Rennen souverän und strebte am Sonntag eine Vorentscheidung im Kampf um den Weltcupsieg an. Doch nachdem sie die mit Abstand schnellste 100-m-Startzeit (10,31 Sekunden) hingelegt hatte, stürzte Wolf ausgangs der ersten Kurve und weinte danach in den Armen ihres Trainers Thomas Schubert bittere Tränen. Die Südkoreanerin Sang-Hwa Lee, die statt in Heerenveen bei den Asienspielen im chinesischen Changchun startete, hat damit in der Gesamtwertung weiterhin nur 70 Punkte Rückstand auf Wolf.

Wolf: "Stürze bin ich mittlerweile gewöhnt"

"Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Ich ärgere mich maßlos. Immerhin habe ich mir nicht weh getan. Stürze bin ich ja mittlerweile gewöhnt", sagte Wolf. Bereits in Hamar hatten der Berlinerin die eigenen Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht. Dort hatte sie zum Auftakt die 500m klar gewonnen, war danach aber im 1 000-m-Rennen vor die Lichtschranke gefahren und gestürzt. Noch vor dem zweiten Lauf in Heerenveen hatte sie behauptet: "Das habe ich längst abgehakt."

Nur kurz nach ihrem Sturz über 500m feierte Wolf im 100-m-Rennen ihren Weltcup-Sieg. Die 27-Jährige siegte in 10,33 Sekunden klar vor der Erfurterin Judith Hesse (10,74) und Sayuri Yoshii aus Japan (11,08).

© SID

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