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20.01.2007

16:25 Uhr

Eisschnelllauf WM

Friesinger hat zur WM-Halbzeit Gold im Visier

Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger hat zur Halbzeit der Sprint-WM in Hamar (Norwegen) weiter die Goldmedaille fest im Visier. In der Gesamtwertung liegt die 30-Jährige klar vor der Niederländerin Irene Wüst.

Trotz ihrer ersten Saison-Niederlage ist Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger bei der Sprint-WM im "Wikingerschiff" von Hamar ein Start nach Maß geglückt. Die 30-Jährige musste sich beim 500-m-Sieg der Berlinerin Jenny Wolf (37,88 Sekunden) in ihrem 15. Saisonrennen zwar wie erwartet zum ersten Mal im nacholympischen Winter geschlagen geben, ließ aber dem guten fünften Platz (38,42 Sekunden) den Sieg über 1000m (1:15,12 Minuten) folgen.

Unter dem Strich stand zur Halbzeit nach zwei persönlichen Saison-Bestleistungen die klare Führung vor der EM-Zweiten Ireen Wüst (Niederlande) und der Italienerin Chiara Simionato. Friesingers Vorsprung auf Wüst vor dem dritten Lauf beträgt bereits 0,63 Sekunden - im Sprint eine halbe Ewigkeit. Wolf stürzte über 1000m und verspielte damit ihre Außenseiterchance auf eine Medaille.

Auch Friesingers Erzrivalin Cindy Klassen blieb als Vierte im Zwischenklassement hinter ihren Erwartungen zurück. Die Bayerin und die Kanadierin kämpfen in Hamar um einen Ehrenplatz in den Annalen des Eisschnelllaufs: Noch nie hat eine Läuferin bei allen vier wichtigsten Wettbewerben (Olympische Spiele, Einzelstrecken-WM, Mehrkampf-WM, Sprint-WM) triumphieren können.

"Das war ein schöner Tag, aber es ist noch nicht vorbei"

"Das war ein schöner Tag, aber es ist noch nicht vorbei. Ich werde auch am Sonntag wieder supernervös sein. Schon im ersten Rennen hatte ich Glück, als ich nach 80 Metern gestolpert bin. Auch am zweiten Tag muss jeder Schritt sitzen", sagte Friesinger. Ihr Trainer Gianni Romme war dagegen optimistischer: "Wenn sie keine Fehler mehr macht, gibt es wohl keine Probleme mehr."

Wolf war dagegen nach ihrem Sturz niedergeschlagen. "Ich bin mit der Lichtschranke kollidiert und deswegen gestürzt. So etwas darf einfach nicht passieren. Ich war wohl zu sehr in Gedanken, wie weit nach vorne ich hier hätte kommen können", erklärte die Berlinerin. Wolf war vor gut 3 000 Zuschauern in der wegen ihrer einem Bootsrumpf nachempfundenen Dachkonstruktion "Vikingskipet" (Wikingerschiff) genannten Olympia-Halle von 1994 in Bahnrekord-Zeit gestartet.

Experten würden Friesinger-Sieg hoch einschätzen

Während Friesinger ihrer großen Chance auf ein Kapitel Eisschnellauf-Geschichte in Hamar wenig Beachtung schenkt ("Statistiken sind nichts für mich, ich laufe nur für mich"), stellen zwei Kufen-Idole klar, was ein Erfolg der Inzellerin bedeuten würde. "Einen Sieg könnte man vor allem mit Blick auf die Vielseitigkeit gar nicht hoch genug bewerten", sagte die Erfurterin Gunda Niemann-Stirnemann. Die ZDF-Expertin in Hamar ist zwar Rekord-Weltmeisterin, eine Sprint-WM konnte sie aber nie gewinnen.

Romme, Doppel-Olympiasieger von Nagano, aber ebenfalls nie Sprint-Titelträger, meinte: "Wenn sie das schafft, darf sie sich endgültig eine ganz Große nennen." Erst drei Damen ist es in der Eisschnelllauf-Geschichte gelungen, sowohl Sprint- als auch Mehrkampf-WM zu gewinnen: die Kanadierin Sylvia Burka, die Dresdnerin Karin Kania-Enke und die Russin Natalia Petruschowa in den Siebzigern und Achtzigern, als es noch keine Einzelstrecken-WM gab (seit 1996).

© SID

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