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21.01.2006

09:21 Uhr

Eisschnelllauf WM

Völker greift nach Pechsträhne in Heerenveen an

Bei den heute beginnenden Sprint-Weltmeisterschaften der Eisschnellläufer im niederländischen Heerenveen sucht Sabine Völker nach gesundheitlichen Problemen ihre Form. Mit einem Sieg rechnet Völker aber noch nicht.

Sabine Völker kann sich endlich wieder ohne Beschwerden auf dem Eis bewegen. Nach Virus-Infektionen, einer Salmonellenvergiftung sowie einer Bronchitis greift die Eisschnellläuferin bei den heute beginnenden Sprint-Weltmeisterschaften im niederländischen Heerenveen wieder an und will ihre Form für die Olympischen Spiele in Turin (10. bis 26. Februar) finden.

Neben der Olympia-Zweiten von Salt Lake City geht es für Judith Hesse (Erfurt) und Dino Gillarduzzi (Inzell) um die letzte Chance auf ein Olympia-Ticket. Auch die Weißrussin Angelika Kotjuga, deren zweijährige Sperre in Folge eines positiven Dopingtests von der Berufungskommission des Eislauf-Weltverbandes ISU aufgehoben wurde, will in Heerenveen die Norm für Turin schaffen.

"Brauche noch etwas Zeit"

"Für mich wäre es besser, wenn die Spiele erst in sechs bis acht Wochen beginnen würden", sagt Sabine Völker, die im vergangenen Jahr bei der Sprint-WM noch den dritten Rang belegte. Vom ganz großen Auftritt will die Erfurterin noch nicht reden: "Ich brauche etwas Zeit. In Topform bin ich nicht. Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder einen Wettkampf bestreiten kann."

Den Sommer über hatte der Schützling von Trainer Stephan Gneupel gut trainiert und war bei den ersten Testrennen "so gut drauf wie nie zuvor beim Saisonstart". Dann musste die diplomierte Betriebswirtschaftlerin wegen einer Erkältung ihren Start bei den deutschen Meisterschaften Ende Oktober absagen. Sie hangelte sich anschließend vom Weltcup in Salt Lake City Mitte November zum Weltcup einen Monat später in Turin, um danach wieder über schlechte Blutwerte und eine neuerliche Bronchitis zu klagen.

"Ich hatte ja keine Wahl, ich musste mich zu den Weltcups schleppen, um die Olympianorm zu erfüllen. Diese Phase hat mich irgendwie durcheinander gewirbelt", sagt Völker, die vor vier Jahren mit Silber über 1000m und 1500m und Bronze über 500m gleich drei olympische Medaillen gewann: "Ich habe meinem Trainer schon gesagt, dass wir es dieses Mal so machen wie damals Chris Witty, die vor Olympia in keinem Rennen unter die besten Zehn gekommen war und dann in Salt Lake City wie aus dem Nichts Gold holte."

Völker spricht sich selber Mut zu

Wenn sie von sich selbst als Geheimtipp spricht, macht sich Völker Mut auf ihrem Weg zur WM und zum Saisonhöhepunkt in Turin. Den Glauben nicht zu verlieren, das ist momentan das Wichtigste nach den zurückliegenden vier Jahren, die sie im Rückspiegel als "durchwachsen und schwierig" bezeichnet. Beispielsweise in Erinnerung an einen hartnäckigen Virus, den sie sich bei einem Weltcup in China einfing und der ihr im Verbund mit einer Salmonellenvergiftung die gesamte Saison 2003/04 zunichte machte.

"Es wird sehr schwer, wieder eine Medaille zu gewinnen. Ich hoffe auf den glücklichen Tag X", sagt Völker, die früher im langen Schatten von Vereinsgefährtin Gunda Niemann-Stirnemann gelernt hat, neid- und klaglos neben den großen Stars eisern ihre Bahnen auf dem Eisoval zu ziehen und zu der sehr persönlichen Erkenntnis gelangt ist: "Es ist total falsch, wenn ich mich nur über sportliche Erfolge definieren würde."

© SID

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