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13.08.2013

16:22 Uhr

Engagement nach 43 Tagen beendet

Handballbundesligist HSV stellt Frank Rost frei

Nur 43 Tage hat das Engagement von Frank Rost beim Handballbundesligist HSV gedauert. Am Dienstag wurde der Geschäftsführer freigestellt – offenbar auf eigenen Wunsch. Grund sollen Querelen mit der oberen HSV-Riege sein.

Frank Rost hat sich nach gerade einmal sechs Wochen von seinem Posten als Geschäftsführer beim HSV beurlauben lassen. dpa

Frank Rost hat sich nach gerade einmal sechs Wochen von seinem Posten als Geschäftsführer beim HSV beurlauben lassen.

HamburgDie 43-Tage-Ehe zwischen Frank Rost und dem HSV Hamburg hat sich als großes Missverständnis entpuppt und geht mit einer peinlichen Posse zu Ende. Am Tag nach dessen von HSV-Präsident Matthias Rudolph offiziell bestätigter Demission als Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten saß der frühere Fußball-Nationaltorwart Rost am Dienstag im Büro, als wäre nichts geschehen und meldete sich offenbar aus arbeitsrechtlichen Gründen zum Dienst. Rudolph reagierte darauf erbost und stellte sofort klar, dass es definitiv keine weitere Zusammenarbeit mit Rost geben wird. Später teilte er mit, dass der HSV Rost mit sofortiger Wirkung freigestellt habe.

„Sein Verhalten ist eine Frechheit. Mir hat er gestern gesagt, dass er sein Amt niederlegt und ich ihn beurlauben soll. Aber warum soll ich ihn dann beurlauben? Der will doch jetzt nur Geld haben“, sagte Rudolph der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag zunächst. Und ergänzte: „Eine Fortsetzung der Zusammenarbeit geht gar nicht!“ Nun spricht alles für eine arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung.

Denn Rudolph ließ die rechtliche Seite des Vertrags prüfen, der eine halbjährliche Kündigungsfrist beinhalten soll. Nach Telefonaten und Mail-Kontakten wurde Rost am Dienstagmittag von seinen Aufgaben bis auf Weiteres freigestellt. „Wir haben mit Christoph Wendt einen weiteren Geschäftsführer, dem wir und seiner Geschäftsstellen-Crew voll vertrauen. Zudem deckt unser Trainer Martin Schwalb viele der Aufgaben im sportlichen Bereich bereits ab“, erklärte Rudolph weiter. Ob ein Nachfolger geholt werden soll, ließ er offen.

„Ich sitze hier in meinem Büro und habe ein bisschen Arbeit vor mir“, sagte Rost Dienstagfrüh der Tageszeitung „Die Welt“. Zur Berichterstattung um seine Demission, die übereinstimmend in diversen Medien thematisiert wurde, wollte er sich nicht weiter äußern. Er verwies an den HSV-Chef: „Das müssten Sie mit Herrn Rudolph bereden.“

Die nur sechswöchige Kooperation mit dem populären Rost, der für Champions-League-Sieger HSV eigentlich zum Türöffner bei Sponsoren werden sollte, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. „Es hat wirklich nicht zusammengepasst“, betonte Rudolph.

Als Grund für den Rücktritt gab Rost die Verpflichtung des Montenegriners Zarko Markovic (zuletzt Frisch Auf Göppingen) an. Der Transfer war so frisch, dass der Rückraumspieler bei der Präsentation der Mannschaft bei einer Pressekonferenz am Montag noch gar nicht erwähnt worden war. Rost hatte erst unmittelbar vor dem Medientermin von dem Deal erfahren und fühlte sich übergangen. Daraufhin platzte dem Ex-Profi, der BWL und Management studiert hat, der Kragen.

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