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10.02.2005

15:05 Uhr

Enttäuschung über späten Ausgleich wich schnell

Gute Miene zum guten Spiel

VonMarc Renner

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen Argentinien ein "kleines Lehrgeld" bezahlt, aber großen Respekt gewonnen.

Jürgen Klinsmann Foto: dpa

Jürgen Klinsmann Foto: dpa

DÜSSELDORF. Jürgen Klinsmanns Lächeln zu Beginn der Pressekonferenz in der neuen Multifunktionsarena in Düsseldorf wirkte noch etwas gequält. Seine Mannschaft war gegen Argentinien ganz nah dran gewesen, ihre schwarze Serie gegen große Gegner" endlich zu beenden. Doch ein Sekundenschlaf zehn Minuten vor dem Abpfiff machte zunichte, was die Mannschaft sich bis dahin mit eindrucksvoller Willensstärke, Kampfkraft, aber auch klugem Spiel mit schönen Kombinationen erarbeitet hatte: ein schnell ausgeführter Freistoß von Burdisso, ein Weltklasse-Heber von Crespo - 2:2. Das Warten auf den endgültigen Befreiungsschlag gegen die Top-Teams des Weltfußballs geht weiter.

Doch der Bundestrainer redete sich die Enttäuschung mit jedem Satz und jedem Lob für seine Mannschaft ein bisschen mehr von der Seele. Natürlich sei es ärgerlich, wenn man zum Schluss noch den Ausgleich kassiere. Aber er sei sehr, sehr zufrieden mit der Art und Weise gewesen, wie seine Mannschaft an diesem Mittwochabend präsentiert habe. Tollen Fußball habe sie gespielt in der ersten Halbzeit. Auch bis Mitte der zweiten Halbzeit. "Doch dann haben Kraft und Konzentration nachgelassen. Und das haben die Argentinier gemerkt und genutzt." Die Südamerikaner seien eben eine Weltklasse-Mannschaft. "Da haben wir dann zum Schluss ein kleines Lehrgeld gezahlt."

Doch dann war er wieder da, der fest an die Stärken seiner eigenen Mannschaft glaubende "Gute-Laune-Klinsi". "Das Spiel gibt uns sicher ein Stück neuen Respekt bei anderen Nationen. Nicht nur die Argentinier schauen uns sicherlich anders an als noch vor einem halben Jahr", sieht er die DFB-Auswahl 16 Monate vor dem WM-Start im eigenen Land wieder auf Augenhöhe mit den ganz Großen des Weltfußballs. "Es hat gezeigt, dass etwas heranwächst, und wir hoffen es wächst weiter. Wir sind für die Zukunft sehr optimistisch", frohlockte Klinsmann und legte mit Blick auf die anhaltende Negativserie gegen die Spitzenteams trotzig nach: "Jetzt müssen wir halt auf den Confederations-Cup warten."

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