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21.02.2006

10:33 Uhr

Erstes Gold für Österreich

Die besten drei haben gewonnen

VonGrischa Brower-Rabinowitsch und Ralf Drescher

Als die Konkurrenz aus Skandinavien und Österreich zu Sprüngen von über 140 Metern ansetzte, blieb den deutschen Skispringern nur die Rolle der Bewunderer.

Zu stark für die Anderen. Foto: dpa

Zu stark für die Anderen. Foto: dpa

PRAGELATO. Am Ende haute Georg Späth noch mal richtig einen raus. 134 Meter sprang der Schlussspringer der deutschen Mannschaft in seinem letzten Versuch. Ein klasse Sprung - dem sogleich die Ernüchterung folgte. Der Norweger Roar Ljoekelsoy landete erst nach 141 Metern. Die vagen Medaillenhoffnungen der Deutschen waren da endgültig erloschen. Was blieb, war Platz vier, der zweite für den DSV nach dem von Michael Uhrmann. Mit leerem Blick beobachtete das Quartett, wie die enteilten Österreicher und Finnen den Kampf um Gold unter sich ausmachten - mit dem besseren Ende für Österreich.

"Wir wussten, dass es der vierte Platz werden kann", sagte Späth. "Aber bei Olympia ist man damit eben schon der erste Verlierer", sagte Späth. Auch bei Uhrmann saß der Frust tief: "Es tut weh, wenn man zweimal Vierter wird und dann ohne Medaille nach Hause fährt." Dass es für die deutsche Mannschaft schwer werden würde, gegen die favorisierten Teams aus Österreich, Norwegen und Finnland zu bestehen, hatte Bundestrainer Peter Rohwein schon vor dem Wettbewerb betont.

Außenseiterchancen hatten sich die Deutschen aber ausgerechnet. Und zu Beginn des Wettbewerbs zeichnete sich tatsächlich eine Überraschung ab. Nach den ersten drei Durchgängen lag das Team jeweils auf Medaillenrang. Vor allem Michael Neumayer und Martin Schmitt überzeugten mit Sprüngen auf 126 und 125,5 Meter. Zur Halbzeit des Wettbewerbs drehte sich das Blatt allerdings. Nach 123 Metern von Georg Späth fielen die Deutschen erstmals auf Platz vier zurück, weil die Schlussspringer der Konkurrenten alle mindestens fünf Meter weiter sprangen. Vor dem zweiten Durchgang betrug der Rückstand auf Norwegen 6,4 Punkte. Österreich und Finnland waren enteilt.

Bis zum 7. Springer wuchs der Abstand auf den Bronze-Rang auf mehr als 40 Punkte an. Niemand dachte zu diesem Zeitpunkt noch an die erhoffte Medaille. Doch dann patzte Tommy Ingebrigtsen. Der Norweger sprang nur 116,5 Meter. Vor ihm war Uhrmann auf 130 Meter geflogen. Die Norweger waren wieder in Reichweite. Doch die Hoffnung währte nur kurz. Am Ende regierte die Enttäuschung - aber auch die Anerkennung für die Sieger: "Man muss ehrlich sagen, dass die Nationen, die jetzt die Medaillen gewonnen haben, uns ein Stück voraus sind", sagte Uhrmann. "Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir bei der WM im nächsten Jahr oder bei den Olympischen Spielen in vier Jahren wieder dran sind."

Enttäuschung bei den Deutschen, Jubel bei den Österreichern. Nach dem Doppelsieg von Thomas Morgenstern und Andreas Kofler von der Großschanze, holten sie auch im Team-Wettbewerb Gold. Erneut waren es Morgenstern und Kofler, die den Sieg für ihr Team sicherten, in dem außerdem Andreas Widhölzl und Martin Koch sprangen. Mit 984 Punkten lagen die Österreicher am Ende 7,4 Punkte vor Finnland und sicherten sich ihren ersten Sieg im olympischen Team-Wettbewerb.

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