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23.01.2005

10:00 Uhr

„Es fehlen vielleicht ein paar Kraftreserven"

Neureuther ist beim Wort „Medaille" zaghaft

Felix Neureuther erzählt im Interview, wie seine Eltern ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und mit welcher Einstellung er ins Rennen geht.

Vor zwei Jahren hatten Sie bei der WM in St. Moritz als 15. im Slalom Ihren ersten großen Auftritt. Was hat sich seitdem verändert?

Felix Neureuther: "Es ist jetzt eine besondere Situation, weil von mir öffentlich viel mehr erwartet wird. Sicherlich ist es deshalb für mich eine ganz andere Ausgangslage als damals. Der Druck ist größer. Aber als Person habe ich mich sicherlich nicht verändert."

Wie sehen denn Ihre eigenen Ziele aus? Träumen Sie nicht auch von einer Medaille?

"Man möchte sich immer verbessern, aber mit einer Prognose tue ich mir schwer. Es muss an einem Tag einfach alles passen. Man kann speziell im Slalom nicht sagen, welcher Platz dann dabei herauskommt. Ich will das Wort Medaille nicht vorschnell in den Mund nehmen. Irgendwann möchte ich mit Sicherheit eine gewinnen, aber diesmal ist es vielleicht noch etwas vermessen bei meinen bisherigen Platzierungen."

Der lockere Felix von der WM 2003 klingt plötzlich kontrolliert. Sind von Ihnen keine Sprüche mehr über "fesche Hasen" wie damals zu erwarten?

"Das war damals meine erste große Pressekonferenz und ich bin da locker reingegangen. Ich wusste gar nicht wie viele Journalisten da sind, das war ich noch nicht gewohnt. Ich will aber auch locker bleiben, einen flotten Spruch wird es schon mal wiedergeben."

Ihr Kollege Alois Vogl schaffte mit seinem Sieg in Wengen eine Überraschung. Die Rolle als großer Hoffnungsträger der Ski-Herren mit großem Vermarktungspotenzial werden aber Sie nicht mehr los. Besteht da nicht die Gefahr, doch ein wenig abzuheben?

"Ich habe so ein gutes Umfeld, da kann ich fast nicht abheben."

Die berühmten Eltern Rosi Mittermaier und Christian Neureuther also als Bremse...

"Auf alle Fälle. Die holen mich brutal schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück."

Und begeistert über ihre Pläne bald auch in der Abfahrt anzutreten waren die Eltern ja bislang auch nicht...

"Ich habe mir überlegt, schon in diesem Winter mal eine Kombination zu fahren, aber durch meine Krankheit im Sommer hatte ich keine Chance, entsprechend zu trainieren. Aber langfristig will ich das mit Sicherheit."

Gibt es denn noch Nachwirkungen der Herzbeutelentzündung?

"Ich spüre überhaupt nichts, aber es fehlen vielleicht ein paar Kraftreserven. Wenn es auskuriert ist, sollte es nicht wieder kommen. Aber man ist natürlich sehr vorsichtig, wenn man das einmal durchgemacht hat."

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