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14.01.2005

08:23 Uhr

Ex-Nationalspieler Rödl ist Interimscoach

Alba wechselt den Trainer aus

VonHelen Ruwald (Handelsblatt)

Der Berliner Basketball-Bundesligist trennt sich nach 13 Jahren von Emir Mutapcic.

BERLIN. Am Mittwochabend gab sich Dieter Hauert noch defensiv. "Wir haben uns geschworen, uns nicht wie im Fußball eine Trainerdiskussion aufdrücken zu lassen", sagte der Präsident des Basketball-Bundesligisten Alba Berlin, "je mehr dies geschieht, um so mehr stelle ich mich hinter Emir Mutapcic." Nach dem Aus im international zweitklassigen Uleb-Cup wollte er mit dem Trainer erst mal eine Flasche Wein leeren, "damit wir uns gegenseitig trösten können". Keine 24 Stunden war Mutapcic nicht mehr Trainer. "Wir haben uns gemeinsam zum Wohl des Vereins auf diese Veränderung verständigt", sagte Hauert. Mutapcic seinerseits hofft, "dass diese Veränderung dazu beitragen wird, dass die Mannschaft ihr höchstes Niveau erreicht". Interimscoach ist nun der langjährige Alba-Kapitän und Nationalspieler Henrik Rödl. Seit Saisonbeginn war er Assistenztrainer bei Alba.

Emir Mutapcic hatte nach dem 61:68 gegen Paok Saloniki als erstes die graue Krawatte abgelegt die er während des Spiels getragen hatte. Die Stunden makellosen Aussehens waren vorbei, abgelaufen wie auch die Jahre hervorragender Arbeit, die Mutapcic seit 1991 für den Basketball-Bundesligisten Alba Berlin geleistet hat. Vor einem Jahr scheiterte Alba im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft, doch mit dem Ausscheiden im Uleb-Cup ist der Verein an einem neuen Tiefpunkt angekommen. "Der Druck war zu groß. Die Spieler waren mental blockiert", sagte Mutapcic - und er konnte diese Blockade nicht lösen.

Das Achtelfinale ist verpasst, "wir haben unser Ziel nicht erreicht, da kann man nichts schönreden", sagte Vizepräsident Marco Baldi nach dem Spiel. Mit dem Meistertitel oder dem Gewinn des Uleb-Cups wollte Alba umgehend wieder in die höherwertigere Europaliga zurückkehren. Doch nun folgten im Uleb-Cup auf vier Auftaktsiege fünf Niederlagen, eine Grippewelle brachte das Team völlig aus dem Konzept. Mutapcic gelang es nicht, der Mannschaft nach den ersten Misserfolgen neues Selbstbewusstsein zu vermitteln. Schon 2004, nach dem Aus im Pokal-Viertelfinale, stand Mutapcic gehörig unter Druck. Alba reagierte - mit einer Vertragsverlängerung. Dies sei "keine blinde Nibelungentreue", sagte Baldi damals über die Zusammenarbeit mit dem Mann, der die Identifikationsfigur des Vereins ist - genauso wie Rödl.

Mutapcic kam als Spieler und wurde im Jahr 2000 Cheftrainer. Er führte Alba zu zwei Pokalsiegen und drei Meistertiteln, ehe die Siegesserie 2004 endete. Damals scheiterte Alba in der Europaliga mit untereinander zerstrittenen Spielern. Das Aus im Uleb-Cup aber erfolgte trotz vieler neuer Spieler, die auf Mutapcics Wunsch geholt worden waren und die betonen, wie gut sie sich verstehen. Seit Wochen herrscht jedoch Stillstand, auch aus Spielerkreisen wurde Kritik am Trainer laut. Dieser sei nervös in Auszeiten, wenn die Mannschaft neu eingestellt werden muss.

Am Mittwochabend noch forderte Präsident Hauert von Mutapcic, dass etwas passiert: "Er muss mir erklären, wie er das Team wieder auf Vordermann bringen will." Doch dazu wird es nicht mehr kommen.

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