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01.02.2005

09:05 Uhr

FIS nun nicht unglücklich über kleine, feine Weltmeisterschaften

Deftige Preise verderben Ski-Fans den Appetit

Beschauliche WM-Stimmung statt "Ballermann" - leere Ränge bei den Rennen und leere Gassen im spärlich geschmückten Ortskern lassen bei den Weltmeisterschaften im Norden Italiens noch keine Stimmung aufkommen.

HB BORMIO/ITALIEN. Bormio präsentiert sich als Gastgeber des größten Ski-Festes des Jahres als beschauliches Berg-Dorf. Deftige Preise für Eintrittskarten und Hotelbetten schrecken viele "normale" Ski-Fans von einer Reise ins Veltlin ab und veranlassten die Organisatoren am Montag, die Tickets billiger zu machen. "Hier ist eigentlich gar nichts los. Aber was sollen wir machen. Wir würden auch fahren, wenn keiner zuschaut", sagte der Super-G-Sechste Florian Eckert.

Im 15 Kilometer entfernten Santa Caterina, Austragungsort der Damen-Rennen, ist die Stimmung noch trüber. Der 1000-Seelen-Ort, hinter dem im Winter die Passstraße endet, bietet keine günstige Infrastruktur. Athleten und Offizielle bleiben im Heimatdorf der dreifachen Olympiasiegerin Deborah Compagnoni quasi unter sich. "Die Piste ist gut, aber das Drumherum ist der Wahnsinn. Ich verstehe nicht, warum man so einen Ort für eine WM auswählt", sagte der deutsche Damen-Cheftrainer Wolfgang Maier. Gerade die schlechte Sicht aus dem Zielraum auf die Piste für die zahlenden Zuschauer verärgert den Coach. Immerhin das befürchtete Verkehrschaos auf der Straße durch das enge Tal blieb bislang aus.

Wie vor zwei Jahren bei den Titelkämpfen im Schweizer Jet-Set-Ort St. Moritz setzt der Internationale Skiverband (FIS) offenbar wieder mehr auf gediegene Atmosphäre denn Volksnähe. "Wir hoffen hier auf ein ganz spezielles Ambiente", sagte FIS-Präsident Gian-Franco Kasper. Abgeschreckt durch die WM 2001, als zehntausende Zuschauer das österreichische St. Anton Tag für Tag in eine Party-Zone mit Ballermann-Charakter verwandelten, ist die FIS nun nicht unglücklich über kleine, feine Weltmeisterschaften.

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