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17.01.2006

13:24 Uhr

Fußball WM

WM-OK gibt Rote Karte zurück an Stiftung Warentest

Das WM-Organisationskomitee (OK) hat die Stiftung Warentest aufgefordert, ihre Kritik an den Arenen zurückzunehmen. "Die Stiftung Warentest muss ihr Urteil revidieren", erklärte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt.

In den Diskussionen um die Sicherheit in den deutschen WM-Arenen haben die Stadien-Betreiber und das deutsche WM-Organisationskomitee (OK) die Rote Karte an die Stiftung Warentest zurückgegeben. "Die Stiftung Warentest muss ihr Urteil revidieren", erklärte OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Frankfurt/Main.

Das OK wirft der Stiftung Warentest vor, dass ihr Vorgehen oberflächlich, fahrlässig und unverantwortlich gewesen sei. "Wir fordern die Stiftung Warentest auf, die vier Roten Karten für die Stadien Kaiserslautern, Gelsenkirchen, Berlin und Leipzig zurückzunehmen. Durch dieses Fehlurteil wurde im In- und Ausland ein Bild von den Arenen gezeichnet, welches in keinster Weise den hohen Sicherheits-Standards entspricht", sagte Schmidt.

Stiftung Warentest will bei Urteilen bleiben

Die Stiftung Warentest will der Aufforderung allerdings nicht nachkommen. "Wir stehen weiter zu unserer Studie. Es bleibt bei den Urteilen", sagte Warentest-Sprecherin Heike van Laak dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Außerdem wurden ja nicht einmal Gründe für einen solchen Schritt genannt."

Zugleich räumte van Laak ein, dass die Stiftung Warentest das Echo auf die im Vorfeld verschickte Presseeinladung mit Andeutungen zu Sicherheitsmängeln in WM-Stadien unterschätzt habe. "Beim nächsten Mal würden wir die Einladung sicher neutraler gestalten und später verschicken." Mit einer Vorab-Info könne das WM-OK aber trotzdem nicht rechnen. "Das ist so wie bei allen anderen Produkten, die wir prüfen. Die Bewertung wird an einem Tag X veröffentlicht, ohne dass der Hersteller eines Produkts vorher informiert wird."

Im Übrigen wies sie daraufhin, dass es "nicht darum ging, Deutschland schlecht zu machen". Die Kritik sei konstruktiv gewesen "Wir wollten auf Mängel hinweisen, die bis zur WM noch zu beheben sind."

WM-OK hält "gesamte Studie für fraglich"

Die deutschen WM-Organisatoren hatten in den letzten Tagen intensive Beratungen mit den Stadion-Betreibern abgehalten. "Wir halten die gesamte Studie der Stiftung Warentest für fraglich, da sie weder die Komplexität des Themas Sicherheit noch die Gesamtzusammenhänge oder dahinter liegende Konzepte berücksichtigt. Es ist unsachlich, in diesem sensiblen Bereich Ergebnisse isoliert zu betrachten, ohne den Kontext zu kennen oder die individuellen Gegebenheiten vor Ort zu würdigen", meinte Schmidt.

Die von der Stiftung Warentest aufgeführten Mängel hält das OK für subjektiv, weil andere Experten zu anderen Ergebnissen gekommen seien. Zudem sei die Vorgehensweise der Tester nicht korrekt und nicht transparent gewesen, so die Kritik der WM-Macher.

Schmidt bekräftigt "reines Gewissen"

"Wir haben ein absolut reines Gewissen, weil mit größter Sorgfalt und Akribie alles nur Menschenmögliche für die Sicherheit getan wurde. Weder das OK noch die Stadionbetreiber verschließen sich konstruktiven Hinweisen zur Verbesserung des Standards, nehmen Informationen ernst, wenn es um die Sicherheit der Zuschauer geht. Ein konstruktives Miteinander aber hat nicht stattgefunden vor allem nicht in der Gesamtbewertung", erklärte Schmidt.

Die WM-Organisatoren werden in ihrer Ansicht von der DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh und dem Weltverband Fifa unterstützt. "Die Studie war eine Grätsche von hinten. Wir wurden davon sehr überrascht, weil wir uns ja selbst die Stadien mehrfach angesehen haben. Die Fifa, für die die Sicherheit ganz oben steht, ist sehr zufrieden mit den den Vorbereitungen der Organisatoren", sagte Fifa-Turniermanager Jim Brown.

© SID

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