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09.09.2013

10:14 Uhr

Gescheiterte Bewerbung

Madrid trauert erneut

VonAnne Grüttner

Auch im dritten Anlauf hintereinander hat Madrid den Zuschlag für olympische Sommerspiele nicht erhalten. Dass es nun wieder nichts wurde, trifft die spanische Sportwelt diesmal besonders hart.

Trauer nach dem Aus für Madrid: Tausende Madrilenos hatten sich am alten Stadttor Puerta de Alcala versammelt, um die IOC-Entscheidung live zu verfolgen. ap

Trauer nach dem Aus für Madrid: Tausende Madrilenos hatten sich am alten Stadttor Puerta de Alcala versammelt, um die IOC-Entscheidung live zu verfolgen.

MadridDie Hoffnung war groß – die Enttäuschung ebenso. Tausende Madrilenos hatten sich schon nachmittags am alten Stadttor Puerta de Alcala versammelt, um mit Livemusik und Direktschalten nach Buenos Aires auf die Entscheidung in der argentinischen Hauptstadt zu warten.  Seit 13 Jahren bemüht sich Madrid vergeblich um die Ausrichtung der Olympiade – diese Bewerbung war die dritte in Folge.

Dass es nun wieder nichts wurde, ist besonders hart für die spanische Sportwelt. Für die spanischen Sportverbände wäre es nach eigenen Aussagen eine „Rettung“ aus der Krise gewesen. Denn die Budgets insbesondere der weniger bekannten Sportarten, die nicht auf TV-Einnahmen und ähnliches zählen können, haben stark unter der Wirtschaftskrise und den staatlichen Sparzwängen der letzten Jahre gelitten.

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Tokio darf zum zweiten Mal nach 1964 die Olympischen Sommerspiele ausrichten. Sportlich spricht einiges für die japanische Metropole, abseits der Arenen gibt es dafür umso mehr Probleme. Fukushima ist nur eines davon.

„Die Spiele in Madrid wären die Rettung für den spanischen Sport. „Die Olympischen Spiele in Barcelona 1992 haben für den spanischen Sport einen entscheidenden qualitativen Sprung bedeutet, und wenn Madrid jetzt nicht gewählt wird könnte das, was wir in den letzten 20 Jahren erreicht haben verloren gehen – es wäre sehr schwer in der Elite zu bleiben.“

Das gilt „vor allem für uns kleine Verbände, die wir nur alle vier Jahre Öffentlichkeit bekommen und nur in der Olympiade herauskommen können“, klagt Juan José Román, Präsident des Verbands für Kanusport. Er weiß wovon er spricht: In seiner Organisation schrumpfte das Budget in den letzten vier Jahren um 75 Prozent.

Madrid und die Spanier wussten, dass die Wirtschaftskrise und die knappen öffentlichen Mittel der große Negativpunkt in ihrer dritten Bewerbung in Folge sein würden – daher haben sie so weit wie möglich vorgebeugt. Der Madrider Vorschlag ist ein Low-Cost Projekt, das vor allem die bereits bestehenden Anlagen und die Infrastruktur der Stadt betont. Im Zuge der vergangenen Bewerbungen sind bereits 80 Prozent der Anlagen gebaut worden, und auch 90 Prozent der nötigen Infrastruktur ist bereits vorhanden.

Das Olympiastadium „La Peineta“ („Der Kamm“) etwa, dass seinen Namen erhielt weil seine Struktur einem Haarkamm gleicht, wurde bereits 1994 erbaut und mit einer Ausgabe des jährlich stattfindenden IAAF Leichtathletikmeetings Madrid eröffnet. Das im Osten der Stadt gelegene Stadion bietet derzeit 20.500 Zuschauern Platz und hätte für die Olympischen Spiele auf eine Kapazität von rund 73.000 Zuschauern ausgeweitet werden, die Ränge zudem überdacht werden müssen.

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