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07.04.2016

10:17 Uhr

Golf Masters in Augusta

Ein „einzigartiges Gänsehautgefühl“

Der erste Höhepunkt eines jeden Golf-Jahres ist das Masters in Augusta. Das Favoriten-Trio aus drei Nationen steht. Bei den Deutschen setzt Bernhard Langer auf Erfahrung, Martin Kaymer auf eine neue Vorbereitung.

Der nordirische Golfer zählt bei den Masters in Augusta zu den Favoriten. AP

Rory McIlroy

Der nordirische Golfer zählt bei den Masters in Augusta zu den Favoriten.

AugustaEine der feinsten Golf-Adressen der Welt öffnet wieder ihr grünes, eisernes Eingangstor. Das am Donnerstag beginnende Masters lockt das Who is Who an Profis und Prominenten in den Augusta National Golf Club. Beim ersten Major des Jahres geht es um Prestige, Preisgeld (10 Mio. Dollar) und ganz besondere Privilegien. Wer hier gewinnt, hat ein lebenslanges Zutrittsrecht.

So wie Bernhard Langer. Der Anhausener durfte sich 1985 und 1993 das berühmte grüne Sieger-Jackett anziehen - und steht nun zum 33. Mal am Abschlag. Wenn er die knapp 300 Meter lange Magnolia Lane entlang fahre und in der Entfernung das Clubhaus sehe, dann bekomme er immer noch ein „einzigartiges Gänsehautgefühl“, sagt Langer.

Im Gegensatz zu ihm hat Martin Kaymer noch keine großen Glücksmomente auf dem Par-72-Kurs im US-Bundesstaat Georgia erleben dürfen. Bei seinen acht Teilnahmen verpasste der Rheinländer fünfmal den Cut. Selbst als er 2011 als Weltranglisten-Erster antrat, war für ihn nach zwei Runden Schluss.

„Ich werde es angehen wie jedes andere Turnier, auch wenn es ein Major ist“, sagte der 31-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Wie in den Vorjahren spielte er am Dienstag mit Langer eine Proberunde. Obwohl Kaymer den trickreichen Platz mittlerweile selbst ganz gut kennt, ist er für jeden Tipp seines Mentors Langer dankbar.

Von Albatros bis Tee - ein kleines Golf-ABC

Albatros

Locht ein Golfer den Ball mit drei Schlägen weniger ein, als die Bahn vorgibt (Par), hat er einen Albatros geschlagen.

Ass

Beim Ass, auch Hole-in-One genannt, fliegt der Ball direkt vom Abschlag ins Loch.

Birdie

Beim Birdie landet der Ball mit einem Schlag unter Platzstandard (Par) im Loch.

Bogey

Bei einem Bogey braucht der Golfer einen Schlag über Par - beim Doppel-Bogey sind es zwei, beim Triple drei.

Bunker

Bunker sind Senken oder Löcher auf dem Platz, die mit Sand gefüllt sind. Landet der Ball darin, ist er nur schwer wieder hinauszuschlagen.

Caddy

Der Caddy ist der Assistent des Golfers, vor allem bei Profiturnieren. Er trägt die Tasche mit den Schlägern und Utensilien und berät den Golfer.

Cut

In Profiturnieren spielen Golfer mehrere Runden. Meist wird nach zwei der Cut angesetzt: Nur, wer unter einer bestimmten Schlagzahl geblieben ist, spielt auch in den folgenden Runden noch mit.

Driver

Der Driver ist ein Golfschläger für die weitesten Schläge, den ein Spieler bei langen Abschlägen nutzt.

Eagle

Der Golfer braucht zwei Schläge unter Par.

Fairway

Das Fairway ist der Teil der Spielbahn zwischen Abschlag und Grün. Das Gras ist hier kurz geschnitten.

Green

Das Grün ist die sehr kurz gemähte Rasenfläche um das Loch herum. Hier wird der Ball nur noch mit dem Putter gespielt.

Greenfee

Golfplätze verlangen von Spielern eines anderen Clubs meist eine Gebühr, damit sie auf dem Platz golfen dürfen. Clubmitglieder müssen in der Regel nichts zahlen.

Out-of-Bounds

Landet ein Ball im Aus, also außerhalb des Golfplatzes, ist er out-of-bounds. Der Spieler muss vom ursprünglichen Punkt aus neu schlagen und bekommt einen zusätzlichen Strafschlag.

Par

Par ist der berechnete und vorgegebene Platzstandard. Er kann sich auf einen gesamten 18-Loch-Kurs (zum Beispiel Par 72) oder auf eine einzelne Spielbahn beziehen (Par 3, 4 oder 5). Diese Werte stehen für die Anzahl an Schlägen, die ein sehr guter Spieler durchschnittlich benötigt.

Platzreife

Auf den meisten Golfplätzen dürfen Anfänger nur spielen, wenn sie die sogenannte Platzreife erlangt haben. Die erwirbt man etwa in einem Kurs, der neben dem Schwung auch Regeln und Etikette lehrt.

Putt

Der Putt ist ein Schlag mit einem speziellen Schläger (dem Putter), mit dem der Ball auf dem Grün eingelocht wird - rollend, nicht fliegend.

Rough

Das Rough (das „Raue“) sind die weniger gepflegten Flächen auf dem Platz, auf denen lange Gräser, aber auch Bäume oder Büsche stehen können. Schläge aus dem Rough sind schwierig, teils sogar unmöglich.

Tee

Beim Abschlag legen Golfer den Ball auf einen kleinen Holz- oder Plastikstift, der im Boden steckt und damit einen besseren Ballkontakt mit dem Schläger ermöglicht. Im Englischen bezeichnet Tee auch die komplette Abschlagsfläche.

Wie gut der Routinier in Augusta trotz seines Alters noch spielen kann, zeigte er 2014 mit Platz acht. Zwar habe er gegenüber der weitaus jüngeren Konkurrenz nicht mehr die Power bei den Abschlägen, räumt Langer ein. Andererseits verfügt der 58-Jährige über jede Menge Erfahrung. „Ich kenne bestimmte Fahnen-Positionen, die man anstreben oder auch lieber vermeiden sollte. Es ist sehr wichtig, die richtigen Punkte zu treffen, um eine Chance zu haben, ein paar Putts zu spielen“, betonte Langer.

Während er seit Jahren nichts an seiner Vorbereitung ändert, hat Kaymer umgestellt. Vor zwölf Monaten kam er nach zu vielen Turnieren ausgelaugt nach Augusta. Nun hat der zweimalige Major-Sieger in der Vorwoche pausiert und ist erst am Montag angereist.

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