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07.08.2014

11:49 Uhr

Golf-Profi Martin Kaymer

„Das sind Siege sind für die Ewigkeit“

VonJörg Leopold, Arne Bensiek, Mike Wolff
Quelle:Tagesspiegel

Er ist der deutsche Star unter den Golfern: Martin Kaymer spricht über die bevorstehenden Top-Turniere – PGA Championship und den Ryder Cup – sowie seine besondere Rolle beim WM-Triumph der deutschen Fußballer.

Martin Kaymer startet heute in Valhalla in die PGA Championship. 2010 konnte er das traditionell letzte Major-Turnier des Jahres als erster Deutscher gewinnen AFP

Martin Kaymer startet heute in Valhalla in die PGA Championship. 2010 konnte er das traditionell letzte Major-Turnier des Jahres als erster Deutscher gewinnen

Heute beginnt mit der PGA Championship das letzte Major-Turnier der Golfprofis im Jahr 2014. Sehen Sie sich nach Ihrem überlegenen Sieg bei den US Open selbst als einen der Favoriten?
So einfach ist das nicht. Klar ist es mein Ziel, am Sonntagnachmittag vorne mit dabei zu sein und vielleicht sogar eine Siegchance zu haben, aber bei einem Major wie der PGA Championship treffen die besten Spieler der Welt aufeinander. Und ehrlich gesagt traue ich nahezu jedem im Spielerfeld zu, an vier Tagen sehr gutes Golf zu spielen und ein solches Turnier zu gewinnen.

Gerade bei den großen Turnieren ist es daher immer schwer, Favoriten zu benennen. Es gibt aktuell einfach sehr viele gute Golfer, die auf einem sehr hohen Niveau und dem ungefähr gleichen Level spielen.

Vor vier Jahren haben sie das Turnier gewonnen und wurden damit zu einem Star. Was hat sich seither in Ihrem Leben geändert?
Es gibt nicht viele Golfspieler, die das Glück in ihrer Karriere hatten, ein Major-Turnier zu gewinnen. Für mich ist es daher eine unglaubliche Ehre nicht nur einen, sondern jetzt sogar zwei Major-Titel gewonnen zu haben. Major-Siege sind für die Ewigkeit, insofern bin ich schon sehr stolz, dass ich mich mit 29 Jahren schon in die Siegerliste bei der PGA Championship und den US Open eintragen durfte. Den Status eines Major-Siegers hat man für immer.

Martin Kaymers größte Erfolge

20. Januar 2008: Erster Profi-Sieg auf der European Tour

Als 23-Jähriger feiert Kaymer bei der Abu Dhabi Championship seinen ersten Turniersieg auf der Europa-Tour und nährt damit die in ihn gesetzten Hoffnungen als Nachfolger von Routinier Langer. Für seinen Premierensieg bei den Profis erhielt er 225 421 Euro.


15. August 2010: Erster Triumph bei einem Major

Kaymers Sieg bei der PGA Championship in Kohler im US-Bundesstaat Wisconsin ist eine Sensation. Im nervenaufreibenden Stechen setzt sich der damals 25-Jährige gegen den US-Amerikaner Bubba Watson durch. Kaymers Lohn für den ersten Major-Sieg seiner Karriere: 1,35 Million Dollar und die riesige „Wanamaker Trophy“.

4. Oktober 2010: Sieg beim Ryder-Cup-Debüt

Gleich bei seinem Debüt gewinnt Kaymer als zweiter Deutscher nach Langer mit dem Team Europa im walisischen Newport den Ryder Cup. Die Europäer besiegen in der 38. Auflage des prestigeträchtigen Kontinentalvergleichs die US-Stars um Tiger Woods mit 14,5:13,5.

30. September 2012: Zweiter Ryder-Cup-Triumph

Mit einem Putt aus knapp zwei Metern macht Kaymer das „Wunder von Medinah“ perfekt und gewinnt mit dem Team Europa zum zweiten Mal den Ryder Cup. Der damals 27-Jährige holt im Medinah Country Club den entscheidenden Punkt zum 14,5:13,5-Triumph gegen Gastgeber USA.

11. Mai 2014: Galavorstellung beim Players Championship

Start-Ziel-Sieg bei der Players Championship in Ponte Vedra Beach/Florida: Kaymer dominiert das sogenannte fünfte Major-Turnier des Jahres in Florida. Für seine Galavorstellung im TPC Sawgrass kassiert er mit 1,8 Millionen Dollar den bisher größten Scheck seiner Karriere.

15.Juni 2014: Zweiter Major-Sieg

Kaymer gewinnt als erster Deutscher die US Open. In Pinehurst spielt er die Konkurrenz in Grund und Boden. Mit acht Schlägen Vorsprung gewinnt er sein zweites Major-Turnier und 1,6 Millionen Dollar als Bonus dazu.

Was unterscheidet eigentlich einen Major-Sieger von einem zweifachen Major-Sieger? Werden Sie von den Kollegen jetzt anders behandelt als noch vor einem Jahr?
Nein, ich würde sagen, im Spielerfeld selbst hat sich nichts geändert. Ich kenne so viele der Spieler nun schon seit mehreren Jahren und wir müssen uns den gegenseitigen Respekt nicht durch Siege verdienen. Für mich selbst ist es aber etwas ganz Besonderes, es nicht nur einmal geschafft zu haben, ein Major-Turnier zu gewinnen. Scherzhaft wurde ich von Freunden auch schon „One-Hit-Wonder“ getauft, da ich bis zuletzt „nur“ ein Major gewonnen hatte, aber das hat sich nun erledigt (lacht).

Wie erklären Sie sich ihre Leistungssteigerung in diesem Jahr? Waren Sie davon selbst ein bisschen überrascht?
Nein, es überrascht mich ehrlich gesagt nicht. Ich habe es letztes Jahr bereits immer wieder gesagt, dass ich einfach geduldig bleiben muss. Ich wusste einfach, dass der Knoten irgendwann platzen würde. Die Art und Weise und vor allem der Zeitpunkt waren aber auch für mich sehr besonders.

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