Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2009

10:24 Uhr

Golfen in der Wüste

Wüstentour der Stars lockt Golf-Urlauber

VonIngmar Höhmann

Nirgendwo ist ein Golfplatz so teuer wie in der Wüste. Bevor der heiße Wüstensand grünen Rasen wachsen lässt, verschlingt er etliche Millionen Euro und noch mehr Liter Wasser. Trotzdem entwickeln sich die Wüstenstaaten derzeit zum neuen Zentrum der Golfwelt. Mit ihren massiven Investitionen wollen die Scheichs die Touristen anlocken.

Golfen unter Palmen: Dubai ist der neue Nabel der Golfwelt. Foto: Reuters Reuters

Golfen unter Palmen: Dubai ist der neue Nabel der Golfwelt. Foto: Reuters

KÖLN. Martin Kaymer hat seine Erfolge buchstäblich auf Sand gebaut: Der 25-jährige Nachwuchsgolfer aus Düsseldorf holte sich im vergangenen Jahr im Wüsten-Emirat Abu Dhabi seinen ersten Sieg auf der europäischen Profi-Tour. Kurz darauf wurde er bei einem Turnier in Dubai Zweiter.

Morgen tritt Kaymer erneut auf der Arabischen Halbinsel an, um es den etablierten Golfern zu zeigen. Er ist die deutsche Nachwuchshoffnung schlechthin. Die Wüste erwies sich als Sprungbrett in die erste Liga – und hier könnte er 2009 in die Weltspitze vorstoßen.

Die Emirate werden in diesem Jahr zum neuen Zentrum der Golfwelt. Sie überbieten sich gegenseitig mit den aufwendigsten Anlagen, den teuersten Klubs und nun auch den höchstdotierten Turnieren der Welt. Als Aushängeschild haben sie sich die Turnierserie der europäischen Profivereinigung ausgesucht. Sie heißt seit diesem Jahr nicht mehr „Order of Merit“, sondern „Race to Dubai“.

Mit abenteuerlichen Summen werden die Profis in die Wüste gelockt. Neben normalen Preisgeldern erhalten die besten 15 Spieler am Saisonende noch einmal zehn Mio. Dollar – je nach Platzierung in der Rangliste. In Dubai gibt es – auch finanziell – ein furioses Finale: Am 19. November finden hier die selbst ernannten Weltmeisterschaften statt – bei denen die Veranstalter noch einmal zehn Mio. Dollar verteilen. Auf keinem anderen Turnier der Welt können Golfspieler mehr Geld verdienen.

Die Spendierfreude der Araber begeistert auch George O’Grady, den Chef der Turnierserie. „Das Race to Dubai gibt der European Tour einen enormen Antrieb“, sagt er. „Alle Augen werden am Saisonende auf Dubai gerichtet sein.”

Der Geldsegen kommt O’Grady gerade recht: Seine Tour tritt damit erstmals aus dem Schatten der amerikanischen Konkurrenz. Das dortige Pendant, die sogenannte PGA Tour, konnte bisher wegen ihrer milliardenschweren TV-Verträge weitaus höhere Preisgelder ausschütten – und so die besseren Spieler anziehen. Das könnte nun ein Ende haben.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×