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10.02.2005

16:10 Uhr

"Habe das Angebot nicht angenommen"

Hoyzer sollte bereits 2003 ein Spiel manipulieren

Der ehemalige Schiedsrichter Robert Hoyzer hat nach eigenen Angaben bereits 2003 das Angebot erhalten, ein Fußballspiel zu manipulieren.

HB BERLIN/FRANKFURT. Das von ihm geleitete Regionalligaspiel Chemnitzer FC gegen Sachsen Leipzig, das im November 2003 mit einem Unentschieden endete, habe aber "nicht im Zusammenhang mit der Wettmafia" gestanden, sagte Hoyzer der "Bild"-Zeitung. "Ich habe das Angebot nicht angenommen - keinen Einfluss auf das Spiel genommen", sagte der 25-Jährige. Hoyzers Anwalt Thomas Hermes sagte der "Süddeutschen Zeitung", seinem Mandanten seien 3500 Euro für einen Sieg der Leipziger angeboten worden, 5000 Euro hätte es für einen Elfmeter gegeben. Für ein Unentschieden wurde Hoyzer nichts geboten. Später seien auf Hoyzers Konto 500 Euro eingegangen. Hermes kündigte an, diesen Sachverhalt auch der Berliner Staatsanwaltschaft mitzuteilen.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sperrte Hoyzer unterdessen auch formal bis zur Aufklärung der Affäre. Wegen grob unsportlichen Verhaltens werde eine Vorsperre erlassen, hieß es. Hoyzer war bereits seit Bekanntwerden der Vorwürfe nicht mehr für Spiele gesetzt worden. Ein Sportstrafverfahren gegen den 25-Jährigen steht noch aus.

Hoyzer hat gestanden, im Jahr 2004 mehrere Spiele manipuliert und dafür von kroatischen Wettspielern Geld erhalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 25 Beschuldigte wegen Betrugsverdachts. Im ZDF hatte Hoyzer am Dienstag gesagt, er habe erstmals im Mai 2004 versucht, eine Begegnung zu manipulieren. Das sei aber misslungen. Nach Bekanntwerden der Manipulationen haben mehrere Vereine den Antrag auf Wiederholung von Spielen gestellt.

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