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30.01.2005

17:00 Uhr

Haftbefehle gegen drei Festgenommene

DFB setzt in Skandal weiteren Schiedsrichter ab

Der Wettskandal um den Schiedsrichter Robert Hoyzer zieht weitere Kreise und überschattete am Wochenende den 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) setzte überraschend den Essener Schiedsrichter Jürgen Jansen von der Partie Bremen gegen Rostock am Sonntagabend ab.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. Der DFB sprach von einer "rein vorsorglichen" Maßnahme. Statt Janssen pfiff Lutz Wagner (Hofheim) das Spiel im Weserstadion. Vehement bestritten hat Hertha BSC die angebliche Verstrickung von drei seiner Spieler in die Affäre. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat in der Nacht zum Samstag Haftbefehle gegen drei Beschuldigte erwirkt.

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder sagte am Sonntagabend, man habe "auf indirektem Wege erfahren", dass bei Hoyzers Vernehmung vor der Staatsanwaltschaft Berlin "der Name Jansen gefallen sein soll". Einen Tatverdacht gebe es nicht. "Die Maßnahme wurde getroffen zum Schutz eines Schiedsrichters, der nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand nicht in den Zusammenhang mit einem Manipulationsverdacht gebracht werden kann", erklärte DFB - Schiedsrichterobmann Volker Roth, der bereits im ersten "Ringtausch" den ursprünglich vorgesehenen Referee Stefan Trautmann durch Jansen ersetzt hatte.

Nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (Montagausgabe) sind neben drei Schiedsrichtern acht Spieler aus den Clubs Chemnitzer FC und Dynamo Dresden sowie dem SC Paderborn in den Wettskandal verwickelt. Paderborns Präsident Wilfried Finke bestätigte, dass ein Spieler Geld erhalten habe, das nach dem 4:2-Pokalsieg gegen den Hamburger SV im Mannschaftskreis verteilt worden sei. Angeblich sei der Spieler aufgefordert worden, sich im Strafraum fallen zu lassen, dann werde es Elfmeter geben. Tatsächlich wurden von Hoyzer zwei unberechtigte Strafstöße gegen den HSV verhängt.

Hoyzer soll in seiner Vernehmung eingeräumt haben, von Bekannten aus dem Umfeld einer kroatischen Wett-Mafia in Berlin knapp 70 000 ? erhalten zu haben. Er habe vier Spiele manipuliert und dafür Beträge zwischen 5000 und 15 000 ? erhalten. Zudem habe er nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" dem Schiedsrichter-Kollegen Felix Zwayer, der vor eineinhalb Wochen als einer von vier Zeugen den Fall ins Rollen gebracht hat, ein paar hundert Euro zugesteckt.

Bei den manipulierten Spielen soll es sich neben dem DFB - Pokalspiel SC Paderborn - Hamburger SV um die Regionalligaspiele Eintracht Braunschweig - FC St. Pauli (5. Juni 2004), FC St. Pauli - VfL Osnabrück (14. August 2004) und das Zweitligaspiel LR Ahlen - Wacker Burghausen (22. Oktober 2004) handeln.

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