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11.11.2012

09:29 Uhr

Handball, Basketball, Eishockey

Profi-Ligen kämpfen um den Silberrang

VonStefan Merx

König Fußball thront über allem – doch auch im Handball, Eishockey und Basketball sind die deutschen Topligen wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Eine neue Sparsamkeit und attraktive TV-Deals stimmen Experten optimistisch.

Zugpferd auch in der Basketball-Bundesliga: der FC Bayern München. dpa

Zugpferd auch in der Basketball-Bundesliga: der FC Bayern München.

KölnDie Blicke nach ganz weit oben haben sich Jan Pommer, Frank Bohmann und Gernot Tripcke längst abgewöhnt. Es droht ein steifer Hals – und wäre reichlich fruchtlos, sich ständig mit der uneinholbar populären und finanzstarken Fußball-Bundesliga zu vergleichen. Das ist den Geschäftsführern der deutschen Profiligen im Basketball, Handball und Eishockey allzu bewusst. „Wir müssen auf uns selbst schauen, unsere Stärken entwickeln und ausbauen“, sagte Jan Pommer in dieser Woche auf dem Clubmanager Summit in Köln, den das Fachmagazin „Sponsors“ alljährlich ausrichtet.

Der Jurist Pommer macht hinter die letzte Saison der langen Dribbler einen großen grünen Haken: Seine Basketball-Bundesliga (BBL) legte in einer Analyse des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte, die auf dem Klubmanagertreffen präsentiert wurde, das größte Wachstumstempo vor.

Ein sattes Plus von 26,3 Prozent trieb den Umsatz der BBL auf den Rekordwert 76,9 Millionen Euro in der Saison 2011/12  - auch der FC Bayern München trägt mit seinem Basketball-Team zum kräftigen Umsatzschub bei.

Trotz aller Euphorie: Basketball bleibt laut Deloitte-Finanzreport die kleinste Hallensportart. Die Kufenflitzer der Deutschen Eishockey Liga schafften es, mit 86,3 Millionen Euro Umsatz (+8,8 Prozent) die Handballer knapp vom ersten Platz der Top-Hallensportligen zu stoßen. Die HBL wuchs um immerhin noch zwei Prozent und kam auf 86,1 Millionen Euro Umsatz.

Nur der Drittligafußball schwächelt

Auch die Zahlen der 3. Fußball-Liga werden traditionell im Deloitte-Finanzreport beleuchtet, während die ersten beiden Fußballligen nicht Gegenstand der Betrachtung sind. Auch wenn die 3. Liga wegen eines Zuschauerrückgangs ein starkes Umsatzminus von 11,5 Prozent auf 104,4 Millionen Euro hinnehmen musste, reichte es für das Ligen-Quartett insgesamt zu einem neuen Rekord: Der Gesamtumsatz betrug 353,6 Millionen Euro – und damit gut 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Stefanie Vogel, Expertin der Sportbusinessgruppe von Deloitte, interpretiert das Gesamtwachstum der Profisportligen auch als Ausdruck einer bewiesenen Krisenresistenz. Ein Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg sei das Eingrenzen der Spielergehälter. „Wir beobachten, dass die Ligen die Kostenkontrolle als Erfolgsfaktor ernst nehmen“, sagt Vogel.  „Man hat mehr erreicht, wenn alle Klubs eine schwarze Null schreiben oder ein leichtes Plus machen, als wenn der Umsatz um fünf bis zehn Prozent wächst, der Zugewinn aber nur wieder in die Taschen der Spieler fließt.“

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Im Schatten von König Fußball hat sich in den letzten Jahren vor allem Basketball gut entwickelt. Im Interview spricht Jan Pommer, Chef der Beko Basketball Bundesliga, über den Aufwärtstrend und das Kreieren von Stars.

Als Sorgenkind in dieser Hinsicht galt über Jahre die Handball-Bundesliga, wo vor neun Jahren noch fast dreiviertel der Umsätze an die Spieler durchgereicht wurden. „Inzwischen hat die HBL das Verhältnis von Spielergehältern zum Umsatz auf immerhin 60 Prozent reduziert.“ Während die Eishockeyliga hierzu keine Angaben macht, liegt man im Basketball (58 Prozent) auf Sinkflug. „Das beurteilen wir als positiv“, sagt Vogel. Zum Vergleich: Im Profifußball ist nach aktuellen Deloitte-Angaben bereits ein weit geringeres Niveau erreicht: Spielergehälter machen im Schnitt 53 Prozent des Umsatzes in der 1. Bundesliga, nur 42 Prozent in der 2. Liga und 45 Prozent in der 3. Liga aus.

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