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03.01.2007

11:03 Uhr

Handball Bundesliga

Brand erteilt Handball-Bundesliga einen Rüffel

Im Vorfeld der Handball-WM in Deutschland hat Heiner Brand seinem Ärger über die Bundesliga-Klubs noch einmal Luft gemacht. Der Bundestrainer fordert von den Vereinen weiterhin vier deutsche Spieler pro Mannschaft.

Heiner Brand hat im Vorfeld der Handball-WM (19. Januar bis 4. Februar) in Deutschland noch einmal Dampf abgelassen. Der Bundestrainer beklagt sich wiederholt darüber, dass die Bundesliga-Klubs nicht bereit sind, mindestens vier deutsche Spieler pro Verein zu verpflichten.

"Dass gar kein deutscher Spieler zur Pflicht werden soll, hat mich sehr geschockt. Insofern habe ich es als Frechheit empfunden, dass man mich überhaupt zur Liga-Versammlung eingeladen hat", sagte Brand in einem Interview mit der Sport-Bild: "Ich war sehr frustriert und verärgert nach dem Termin."

Eine Pressemitteilung der Handball-Bundesliga (HBL) empfand der Weltmeister von 1978 sogar als Provokation. In dem Schrifstück wurde von HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann nicht ohne Stolz darauf hingewiesen, dass 67 ausländische Spieler aus deutschen Klubs an der WM teilnehmen werden. "So eine Pressemitteilung ist entweder ein Affront von Herrn Bohmann gegen mich - oder er hat nicht darüber nachgedacht, dass es peinlich ist", sagte Ex-Nationalspieler Brand voller Unverständnis.

Brand kritisiert Nachwuchsförderung"

Besonders das Verhalten der Manager der Bundesliga-Topklubs kann der Bundestrainer nicht nachvollziehen. Brand: "Die haben, abgesehen vom SC Magdeburg, in den letzten Jahren keinen deutschen Spitzenspieler hervorgebracht. Da fehlt was."

Mit Blick auf die Heim-WM hält Brand das Halbfinale für eine "realistische Betrachtung". Der frühere Weltklasse-Kreisläufer räumt aber ein, dass Teams wie Weltmeister Spanien, Europameister Frankreich oder Olympiasieger Kroatien weiter seien als seine Mannschaft.

Im Kampf um den Stammplatz im Tor hat Henning Fritz momentan die Nase vorn, obwohl der einstige Welthandballer bei seinem Verein THW Kiel meist nur zweite Wahl ist. "Im Normalfall ist Fritz meine klare Nummer eins. Ich hoffe, dass er in der Vorbereitung noch einen Schub bekommt. Wenn nicht, muss ich reagieren", sagte Brand.

© SID

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