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20.08.2013

10:41 Uhr

Handball-Bundesliga

Füchse Berlin bieten Silvio Heinevetter Zehnjahresvertrag

Bei den Füchsen Berlin hat Langfristigkeit im Sport eine neue Dimension angenommen. Der Handball-Bundesligist bietet seinem Torhüter Silvio Heinevetter einen Vertrag für zehn Jahre – auch wegen der Konkurrenz.

Silvio Heinevetter hat gut lachen: Die Füchse Berlin wollen den Handball-Torwart unbedingt halten – und bieten ihm einen Zehnjahresvertrag. dpa

Silvio Heinevetter hat gut lachen: Die Füchse Berlin wollen den Handball-Torwart unbedingt halten – und bieten ihm einen Zehnjahresvertrag.

BerlinDer erste Ball ist noch nicht geworfen, da kracht es bereits gewaltig. Vor den beiden Playoff-Spielen um den Einzug in die Handball-Champions-League zwischen den Füchsen Berlin und dem HSV Hamburg gibt es Streit - zumindest unter den Vereinsbossen. Der Auslöser des Disputs: Berlins Nationaltorhüter Silvio Heinevetter. Die Füchse wollen ihn unbedingt behalten, Hamburg lockt dagegen mit einem lukrativen Angebot.

„Ich bin über das Vorgehen des HSV Hamburg ein Stück weit enttäuscht. Hier werden Gehälter aufgerufen, die ein Verein, der sich selbst refinanzieren muss, nicht aufbringen kann. Das ist schon eine Art Wettbewerbsverzerrung“, sagte Hauptstadt-Präsident Frank Steffel in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa.

Der CDU-Politiker bot dem 28 Jahre alten Heinevetter, dessen Kontrakt im kommenden Sommer ausläuft, einen Rentenvertrag an. „Ich habe ihm gesagt, bei uns kannst Du einen Zehnjahresvertrag bekommen, bei uns kannst Du langfristig verlängern.“ Er wolle bis „zur letzten Sekunde kämpfen“ und versuchen, Heinevetters Wechsel in die Hansestadt zu verhindern.

Hamburgs Clubchef Matthias Rudolph zeigte sich vor der ersten Playoff-Begegnung an diesem Mittwoch (19.00 Uhr) über die verbalen Attacken aus Berlin verwundert. „Wir haben mit Silvio Heinevetter keinen Vorvertrag, keine Wechselabsprachen oder Ähnliches. Ich habe nur gesagt: Wenn der Vertrag eines solchen Klassetorwarts ausläuft, wären wir ja dumm, sollten wir uns nicht dafür interessieren.“ Dass Heinevetter das Doppelte in Hamburg verdienen könnte, „ist ein hanebüchener Schwachsinn“.

Steffel verteidigte unterdessen die Vereinsstrategie der Füchse. „Wir setzen auf Jugendarbeit. Ich bin Präsident eines Breiten- und Jugendsportvereins mit 3000 Mitgliedern. Davon träumen die meisten Vereine, die von einem Scheich oder einem Mäzen wie Abramowitsch beim FC Chelsea oder Herrn Rudolph beim HSV Hamburg gefördert werden“, erklärte er. „Und warten wir doch einmal ab, wenn Herr Rudolph zum nächsten Mal den Spaß an seinem Spielzeug verliert. Das hat es ja schon einmal gegeben.“

In der Elbmetropole wollten die Verantwortlichen diese Aussagen nicht unkommentiert stehen lassen. „Herr Steffel geht gern unter die Gürtellinie. Seine Bemerkungen sind nicht hilfreich. Sie sind ungehörig, ungebührlich, dem Sport abträglich. Persönliche Angriffe finde ich völlig daneben“, meinte Rudolph.

Dass die Füchse Berlin als Tabellenvierter der abgelaufenen Bundesliga-Saison und der Champions-League-Sieger HSV Hamburg einen Startplatz für die kommende Saison in der Königsklasse ausspielen müssen, ist der Tatsache geschuldet, dass der Titelverteidiger nicht automatisch gesetzt ist.

Das Rückspiel findet diesen Freitag (19.00 Uhr) in Hamburg statt. Der Sieger des Duells wird in der Hauptrundengruppe D spielen. Dort trifft er unter anderem auf die SG Flensburg-Handewitt, RK Gorenje Velenje (Slowenien) und Aalborg Handball (Dänemark). Der Verlierer geht im EHF-Pokal an den Start.

Von

dpa

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