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25.01.2010

11:08 Uhr

Handball-EM

Aufatmen bei Spielern und Sponsoren

VonHans Weymar

Das Handball-Nationalteam hat die Hauptrunde der EM erreicht. Das freut auch Vermarkter, mit denen der DHB jüngst lukrative Verträge schloss.

Jubel der deutschen Handballer: Nach dem Sieg gegen Schweden war der Einzug in due Hauptrunde geschafft. dpa

Jubel der deutschen Handballer: Nach dem Sieg gegen Schweden war der Einzug in due Hauptrunde geschafft.

INNSBRUCK. Als die Olympiahalle in Innsbruck tobte, als die rund 4 000 deutschen Fans am Freitag die deutsche Handball-Nationalmannschaft lautstark feierten nach dem 30:29-Sieg gegen Schweden, konnte sich auch Michael Notzon der Euphorie nicht entziehen. Der 40-Jährige ballte auf der Vip-Tribüne jubelnd die Faust. Als Geschäftsführer des Nürnberger Energieversorgers Goldgas hatte Notzon besonderen Grund zur Freude. Denn sein Unternehmen wird nun für drei weitere Partien während der Hauptrunde der Europameisterschaft in Österreich Millionen von Fernsehzuschauern präsent sein: Goldgas ist seit drei Wochen Trikotsponsor des Deutschen Handballbundes (DHB).

Sponsor honoriert Erfolge

Der leistungsbezogene Kontrakt, der Anfang Januar in Nürnberg für drei Jahre unterzeichnet wurde, garantiert dem DHB jährliche Einnahmen von 700 000 Euro, inklusive Prämien kann sich die Summe auf gut 900 000 Euro jährlich erhöhen. Notzon freut sich über die "tolle Plattform" für Goldgas. "Das Trikot der Männer-Nationalmannschaft des DHB bietet eine erstklassige Gelegenheit, das Unternehmen auf nationaler sowie internationaler Bühne zu präsentieren", sagt er. Der Vertrag sehe zwar keine Option vor. Aber Notzon sagt, er könne sich eine Verlängerung sehr gut vorstellen: "Es macht einfach viel Spaß, diesen Sportlern zuzuschauen."

Während die Mannschaft in Österreich um das sportliche Überleben kämpft, können die Funktionäre des Dachverbands also gelassen in die wirtschaftliche Zukunft blicken. "Ich bin seit 1998 Schatzmeister des DHB, und noch nie haben wir so viel Planungssicherheit gehabt", sagt DHB-Vizepräsident Wolfgang Gremmel.

Unabhängig von der weiteren sportlichen Entwicklung kann der Verband bei der Vermarktung fest mit über zwei Mio. Euro jährlich planen. Das garantieren zwei Verträge mit dem Hamburger Rechtehändler Sportfive, die bis 2015 datiert sind. "Das ist für uns ein ganz großer Schritt in die Zukunft", sagt DHB-Präsident Ulrich Strombach. Das Budget des DHB liegt derzeit bei rund sechs Mio. Euro, wovon laut Gremmel etwa die Hälfte in den Leistungssport investiert wird.

Ende der Finanzmisere

Gremmel erinnert sich mit Grausen an die finanzielle Misere der Jahre nach der Frauen-WM 1997 in Deutschland, aus der der Verband mit einem Millionen-Minus herausging. Das Defizit fiel auch 2004 noch so hoch aus, dass der DHB sich mit Medienberichten konfrontiert sah, in denen es hieß, der Dachverband stehe kurz vor der Pleite - obwohl das Männerteam vier Medaillen in Folge errungen und eine maximale Medienpräsenz vorzuweisen hatte. Öffentlich kritisierte der damalige Nationaltorwart Henning Fritz die DHB-Führung: "Ich finde es schade, dass die Vorlage, die wir dem Verband gegeben haben, nicht so genutzt wurde."

Erst der Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 im eigenen Land verbesserte die wirtschaftliche Lage grundsätzlich. Die knapp 21 Mio. TV-Zuschauer, die das emotionale Finale in Köln in der Spitze verfolgten, weckten die Begehrlichkeiten der Sponsoren nachhaltig. Erstmals hat der DHB nun auch die TV-Rechte an Sportfive veräußert, nachdem die Sport A als bisheriger Partner nicht mehr bereit war, rund 500 000 Euro jährlich an den DHB zu zahlen - und eine Option verstreichen ließ.

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