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22.01.2010

19:45 Uhr

Handball EM

Deutschland mit Krimi-Sieg gegen Schweden

Dank eines 30:29-Erfolges über Schweden hat Deutschland das Vorrundenaus bei der Handball-EM abgewendet. Zuvor hatte es eine Niederlage und ein Unentschieden gegeben.

Michael Kraus steigt zum Wurf hoch. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Michael Kraus steigt zum Wurf hoch. Foto: Bongarts/Getty Images

Heiner Brand atmete nach einer dramatischen Schlussphase erleichtet auf, die Spieler lagen sich in den Armen und Tausende deutscher Fans feierten ausgelassen auf den Rängen: Als die Nationalmannschaft bei der EM in Österreich dank ihrer bislang besten Turnierleistung und einem überragenden Torwart Silvio Heinevetter beim 30:29 (21:18) gegen Schweden das vorzeitige Aus in der Vorrunde gerade noch verhindert hatte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. "Das ging richtig an die Nerven, aber aufgrund der Leistungssteigerung haben wir uns den Sieg verdient", sagte der Bundestrainer nach dem Erreichen der Hauptrunde.

Im zweiten Spiel der Gruppe C sicherte sich Polen durch ein 30: 30 (12:13) gegen Slowenien den Vorrundensieg.

Hauptrunde gegen Frankreich, Spanien und Tschechien

Mit dem Erfolg im abschließenden Gruppenspiel gegen den Rekord-Europameister feierte die DHB-Auswahl den ersten Sieg im Turnier und erreichte so das erklärte Minimalziel. In Innsbruck trifft das Team nun auf Olympiasieger und Weltmeister Frankreich, den Olympia-Dritten Spanien sowie Tschechien. "Das sind alles Top-Mannschaften, gegen die es richtig hart wird", sagte Rückraumspieler Lars Kaufmann (Frisch Auf Göppingen). Doch Brand gab sich trotzdem optimistisch: "Mit dem gewonnenen Selbstvertrauen wollen wir nun den einen oder anderen namhaften Gegner ärgern."

Nach der Auftaktpleite gegen Polen (25:27) und dem glücklichen Unentschieden gegen Slowenien (34:34) geht das deutsche Team allerdings mit der Hypothek von 1:3 Punkten in die nächsten Spiele und dürfte bei nur einer weiteren Niederlage wohl keine Chance mehr auf das Halbfinale haben. Während die Polen und Slowenen am Abend um den Gruppensieg kämpften, schied Schweden als Vierter aus. Vor 8 200 Zuschauern in der Innsbrucker Olympiahalle, die überwiegend die deutsche Mannschaft lautstark unterstützten, zeigte der Weltmeister von 2007 erstmals im Turnier über weite Strecken der Partie eine konstant gute Leistung. "Wir werden aber deshalb jetzt nicht gleich in Euphorie verfallen", sagte der Lemgoer Holger Glandorf, der mit acht Toren bester Werfer war. Torsten Jansen vom HSV Hamburg erzielte sieben Treffer.

Stark verbesserte Offensive

Anders als in den beiden vorherigen Vorrundenspielen war das DHB-Team diesmal von Beginn an sehr konzentriert bei der Sache und zeigte sich vor allem in der Offensive stark verbessert. Fast jeder Angriff führte in den ersten Minuten zu einem Torerfolg, sodass man bis auf eine kurze Phase Mitte der ersten Spielhälfte (8:9/13. Minute) immer in Führung lag. Beim 15:12 (22.) betrug der Vorsprung erstmals drei Tore.

Die Mannschaft spielte verglichen mit den zum Teil desaströsen Auftritten gegen Polen und Slowenien diesmal deutlich variabler und leistete sich weitaus weniger Fehler. Zudem konnten Torwart Johannes Bitter (HSV Hamburg), vor allem aber Heinevetter (Füchse Berlin), der nach 20 Minuten zwischen die Pfosten kam, mit ihren Paraden den Vorsprung lange Zeit verteidigen.

Nach der Pause wuchs das Polster zunächst sogar auf vier Tore an (23:19/33.), ehe die Schweden besser ins Spiel fanden und eine Aufholjagd starteten. Beim 27:27 (53.) war der Spielstand erstmals wieder ausgeglichen. Das entscheidende Tor zum Sieg verpassten die Skandinavier jedoch. In den letzten acht Minuten musste Deutschland sogar auf seinen Abwehrchef Oliver Roggisch (Rhein Löwen)-Neckar verzichten, der nach seiner dritten Zeitstrafe Rot sah. "Egal, wir werden das Spiel heute trotzdem gewinnen, denn wir sind das bessere Team", sagte Roggisch noch während des Spiels am ZDF-Mikrofon. Er sollte Recht behalten.

In den weiteren Paarungen der Hauptrunde tritt Slowenien als Vorrundenzweiter am Sonntag (18.30 Uhr) auf Tschechien, ehe es zum Duell der Gruppensieger Polen und Spanien (20.30 Uhr) kommt. Am Dienstag treffen Polen und Tschechien sowie Slowenien und Frankreich aufeinander. Am Donnerstag bilden die Begegnungen zwischen Polen und Frankreich sowie Slowenien und Spanien den Abschluss. Die beiden ersten Teams qualifizieren sich für das Halbfinale.

© SID

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