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19.01.2010

20:08 Uhr

Handball EM

EM-Fehlstart für deutsche Handballer

Die deutschen Handballer haben ihr Auftaktspiel bei der EM in Österreich gegen Polen mit 25:27 verloren und stehen so in den Spielen gegen Slowenien und Schweden unter Siegzwang.

Von Polen gestoppt: Lars Kaufmann und Co.. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Von Polen gestoppt: Lars Kaufmann und Co.. Foto: Bongarts/Getty Images

Die deutschen Handballer sind mit einer bitteren Pleite in die Europameisterschaft in Österreich gestartet. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand verlor in der Neuauflage des WM-Finals von 2007 gegen Medaillenkandidat Polen 25:27 (8:12) und steht schon im zweiten Vorrundenspiel gegen Slowenien am Mittwoch (18.30 Uhr/live im ZDF) unter Druck.

Nur Torwart Johannes Bitter, mit Abstand stärkster Spieler in einem schwachen deutschen Team, und eine starke Schlussphase verhinderten ein Debakel. Bester deutscher Werfer war Lars Kaufmann (7), er überzeugte aber ebenso wenig wie die übrigen Feldspieler.

"Die kämpferische Leistung hat zu 100 Prozent gestimmt. Aber was wir in der ersten Halbzeit in der Offensive geboten haben, das geht nicht. Wir haben viel zu schnell abgeschlossen. So sind wir einem Rückstand hinterhergelaufen und hatten nie eine realistische Chance, dieses Spiel zu gewinnen", sagte Brand: "Ich hoffe, die Mannschaft hat noch mehr drauf. Die Polen haben verdient gewonnen."

Freitag gegen Slowenien

Weiterer Gegner der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) in der "Todesgruppe" C ist nach den Slowenen am Freitag Rekord-Europameister Schweden. Zwar erreichen drei Teams die Hauptrunde, doch die Punkte aus den Gruppenspielen gegen die weiteren K.o.-Runden-Qualifikanten zählen im Kampf um den Einzug ins Halbfinale mit.

Die Polen waren in einer zunächst hart umkämpften Begegnung von Beginn an der erwartet schwere Gegner. Brand setzte auf eine kompakte Defensive und gab deshalb zunächst Michael Haaß auf der Mittelposition den Vorzug vor Michael Kraus. In der Offensive fehlten allerdings die Ideen des Kapitäns, sodass sich die DHB-Auswahl entsprechend schwer tat. Über die Außen lief praktisch nichts, die Trefferquote aus dem Rückraum war schlecht.

Bitter mit Glanzleistung

Mit seiner Entscheidung, im Tor auf Bitter zu setzen, lag Brand aber goldrichtig. Der Schlussmann des HSV Hamburg, dessen Stammposition nach einer Ellbogen-Operation kurzzeitig gewackelt hatte, parierte allein in der Anfangsphase zwei Siebenmeter und bewahrte sein Team mit zahlreichen weiteren Reflexen vor einem noch höheren Rückstand als dem 4:6 nach elf Minuten.

Daraufhin kam Kraus ins Spiel, übernahm Verantwortung und setzte sich mit zwei schnellen Toren nach Einzelaktionen in Szene. Weil aber gelungene Spielzüge weiter ausblieben und auch der polnische Torwart Slawomir Szmal einen guten Tag erwischte, lief das Brand-Team dem Rückstand weiter hinterher.

Am Ende der ersten Halbzeit schlichen sich wie schon häufig in den Vorbereitungsspielen immer mehr Fehler ein, und Polen zog davon. Mit vier Toren in Folge, drei davon durch Karol Bielecki von den Rhein Löwen, -Neckar erhöhte das Team des ehemaligen Magdeburger Trainers Bogdan Wenta auf 12:8.

Schröder erleidet Trommelfellriss

Zudem verfolgte das DHB-Team das fast schon traditionelle Verletzungspech in Eröffnungsspielen. Rechtsaußen Stefan Schröder musste nach einer unglücklichen Aktion im Kampf um den Ball mit Verdacht auf Riss im Trommelfell ausgewechselt und ins Krankenhaus gebracht werden. Bei der EM 2008 hatte es Oleg Velyky (Kreuzbandriss) erwischt, ein Jahr später bei der WM in Kroatien Christian Sprenger (Innenbandriss).

Nach der Pause ließ die deutsche Mannschaft weiter jegliche Kreativität im Angriff vermissen. Routinier Torsten Jansen war zwar vom Siebenmeterpunkt gewohnt sicher und verwandelte drei Würfe, doch die Polen hatte keine Mühe, den Gegner auf Distanz zu halten. Erst als die Deutschen fünf Minuten vor dem Ende auf zwei Tore herankamen, keimte noch einmal Hoffnung auf. Am Ende hatte neben Torwart Szmal Bielecki mit sechs Toren den größten Anteil am 18. polnischen Sieg im 53. Vergleich mit dem Nachbarn.

© SID

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