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20.01.2008

18:00 Uhr

Handball EM

Erste Niederlage für Weltmeister Deutschland

Die deutschen Handballer haben die Vorrunde bei der Europameisterschaft in Norwegen mit einer Niederlage gegen Spanien beendet. Durch das klare 22:30 (12:12) nimmt der Weltmeister zwei Minuspunkte in die Hauptrunde mit.

Bei der Europameisterschaft in Norwegen haben die deutschen Handballer die Vorrunde mit einer Niederlage gegen Spanien beendet und nehmen die Hypothek von zwei Minuspunkten in die am Dienstag beginnende Hauptrunde mit. Der Weltmeister unterlag nach einer ganz schwachen Angriffsleistung deutlich mit 22:30 (12:12) und trifft im Kampf um den Halbfinaleinzug auf Titelverteidiger Frankreich, Rekord-Europameister Schweden und Island.

"Die spielerische Leistung hat mir überhaupt nicht gefallen. Wir haben uns viel zu wenig bewegt. Ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel lernen und sich jeder an die eigene Nase fasst", sagte Bundestrainer Heiner Brand, dessen Mannschaft den Einzug in die Hauptrunde bereits am Samstag durch den 28:24-Erfolg gegen den WM-Neunten Ungarn perfekt gemacht hatte.

Gegen Spanien gab es unterdessen im 53. Spiel die 25. Niederlage. Dem Weltmeister von 2005 gelang damit die erfolgreiche Revanche für die Niederlage im Viertelfinale der WM 2007.

Zeitz in der Startformation

Brand vertraute im Gegensatz zur Partie gegen die Ungarn zunächst wieder Henning Fritz im Tor, der in den vergangenen Duellen gegen die Iberer der deutschen Auswahl den Sieg gerettet hatte. Zudem ließ der Bundestrainer vor 3 238 Zuschauern in den Haukelandshallen von Bergen Christian Zeitz zunächst im Rückraum auflaufen. Nach einigen Ballverlusten und Fehlversuchen des Kielers brachte Brand ab der 20. Minute allerdings wieder den Nordhorner Holger Glandorf.

Gegen einen offensiv verteidigenden Gegner kam der Europameister von 2004 zunächst gut ins Spiel. Nach einigen schönen Anspielen von Markus Baur kam Kreisläufer Andrej Klimovets, der am Ende gemeinsam mit Florian Kehrmann und Glandorf (alle 4) bester Werfer war, in der Anfangsphase zu drei Toren. Doch nach einer 8:5-Führung (16.) kam ein Bruch ins Spiel.

Die Abwehr stand zwar wie schon gegen Ungarn gut und auch Fritz hatte einige gelungene Aktionen, doch im Angriff lief nicht mehr viel zusammen. Besonders der Rückraum hatte große Probleme. Pascal Hens scheiterte öfters an Schlussmann Jose Javier Hombrados, der den verletzten Starkeeper David Barrufet gut vertrat. Zudem musste der dreimalige Vize-Europameister auf den starken Kreisläufer Rolando Urios wegen Verletzung verzichten.

Spätes Erfolgserlebnis für Hens

Auch in der zweiten Halbzeit hatte die DHB-Auswahl Mühe, die Abwehr der Spanier zu knacken. Die Folge war ein Vier-Tore-Rückstand in der 39. Minute (13:17). "Da haben wir katastrophal gespielt", erklärte Glandorf. Allerdings beschwor der Nordhorner auch den Geist der WM. "Auch dort haben wir ein Spiel verloren. Jetzt müssen wir wieder zeigen, dass wir eine Mannschaft sind."

In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit gelangen dem DHB-Team lediglich zwei Treffer. Der Hamburger Hens warf sein erstes Tor erst in der 48. Minute.

Auch gegen die Ungarn tat sich die deutsche Mannschaft am Tag zuvor schwerer als erwartet. "Wir haben uns durch individuelle Fehler das Leben schwer gemacht", meinte Brand nach dem Erfolg, bei dem Linksaußen Torsten Jansen und Kapitän Baur (jeweils fünf Tore) die besten Werfer waren.

Schon nicht mehr in Norwegen war beim zweiten deutschen Auftritt Oleg Velyky, der sich beim Auftaktsieg gegen Weißrussland (34:26) wohl schwerer verletzt hat als zunächst angenommen. Laut Bild am Sonntag ist beim Pechvogel, der schmerzlich vermisst wurde, im deutschen Team das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Dem Rückraumspieler von Vizemeister HSV Hamburg drohen sechs Monate Pause, er soll schon am Montag bei Professor Jürgen Huber in Heidelberg operiert werden.

Die deutsche Mannschaft reist am Montag ins 600km entfernte Trondheim. In der Hauptrunde qualifizieren sich aus der Sechser-Gruppe die ersten beiden Teams für das Halbfinale.

© SID

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