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24.01.2010

18:07 Uhr

Handball EM

Handballer verpassen Halbfinale

Die deutschen Handballer haben zum Auftakt der EM-Hauptrunde eine 22:24-Niederlage gegen Weltmeister Frankreich hinnehmen müssen und keine Chancen mehr auf den Halbfinaleinzug.

Auftaktpleite für Holger Glandorf (r.) und die deutschen Handballer. Foto: Bongarts/Getty Images SID

Auftaktpleite für Holger Glandorf (r.) und die deutschen Handballer. Foto: Bongarts/Getty Images

Stark gekämpft und doch verloren: Trotz einer achtbaren Leistung gegen Olympiasieger und Weltmeister Frankreich müssen die deutschen Handballer ihre Halbfinal-Hoffnungen bei der EM in Österreich schon nach dem ersten Hauptrundenspiel begraben. Nach der knappen 22:24 (10:12)-Niederlage gegen den Titelfavoriten und dem anschließenden Erfolg Polens über Spanien (32:26) kann das Team von Bundestrainer Heiner Brand die Vorschlussrunde auch bei zwei Siegen in den abschließenden Spielen nicht mehr erreichen.

Brand: "Turnier ist noch nicht beendet"

"Ich habe ohnehin nie vom Halbfinale geredet, aber das Turnier ist für uns noch nicht beendet. Mit zwei Siegen können wir immer noch gut dastehen", sagte Brand. Für die die Leistung seiner Mannschaft fand der 57-Jährige lobende Worte: "Natürlich haben wir einiges an Lehrgeld gezahlt, aber es gab gute Ansätze. Wir hatten gegen den amtierenden Weltmeister eine reelle Chance, auch wenn wir letztlich mit leeren Händen dastehen."

Eine starke erste Halbzeit, eine bravouröse Aufholjagd in der Schlussphase sowie eine Klasseleistung von Torwart Johannes Bitter (HSV Hamburg) waren am Ende nicht genug, um etwas Zählbares mitzunehmen. Nach der Auftaktschlappe gegen Polen kassierte der Weltmeister von 2007 damit die zweite Niederlage im Turnier. "Ich bin schon sehr enttäuscht, denn wir hatten die große Chance, den Weltmeister zu schlagen", sagte Bitter.

Vor 7 000 Zuschauern in den Innsbrucker Olympiahalle konnte die deutsche Mannschaft die Partie in der ersten Halbzeit weitgehend offen gestalten. Zwar erwischten die Franzosen den besseren Start und gingen zunächst mit 4:2 in Führung (10. Minute), doch nur drei Minuten später lag das Brand-Team erstmals in Front (5:4/13.). Bis zur Pause drehte Frankreich das Spiel zwar wieder, konnte sich aber zunächst nicht entscheidend absetzen.

Bitter und Omeyer mit Klasseleistungen

Im Mittelpunkt standen immer wieder die Torhüter Bitter sowie sein Gegenüber Thierry Omeyer (THW Kiel), die im ersten Durchgang jeweils mit einem halben Dutzend Paraden glänzten. Deutschland überzeugte zudem mit einer gut stehenden Abwehr, hatte aber mehrfach Pech, als bei einigen schönen Angriffsaktionen der Vorteil von den Schiedsrichtern abgepfiffen wurde.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit bauten die Franzosen ihre Führung allerdings innerhalb von nur fünf Minuten auf sieben Tore aus (10:17/35.) und schienen damit schon für eine Vorentscheidung gesorgt zu haben. Das DHB-Team stemmte sich jedoch weiter gegen die drohende zweite Niederlage und kam in den letzten 15 Minuten noch einmal in Reichweite eines Erfolgs. Bester Werfer war der Hamburger Torsten Jansen mit fünf Treffern, davon zwei Siebenmeter.

Glandorf: "Minuten nach der Pause völlig verschlafen"

Rückraumspieler Holger Glandorf (TBV Lemgo) machte den kurzen "Blackout" nach der Pause für die Niederlage verantwortlich: "Leider haben wir die Minuten nach der Pause völlig verschlafen. Danach haben wir uns zwar mit einem Kraftakt wieder herangekämpft, aber gegen eine so erfahrene Mannschaft ist es natürlich schwer, einen solchen Rückstand aufzuholen."

Frankreich, das schon in der Vorrunde mit Problemen zu kämpfen hatte, konnte trotz des Erfolgs seinen Anspruch auf den dritten großen Titel in Folge nach Olympia 2008 und der WM 2009 erneut nicht untermauern. Sollte der EM-Triumph dennoch gelingen, wäre es das erste Mal, dass einer Mannschaft dieses "Triple" gelänge.

In einem weiteren Spiel der Gruppe zwei setzte sich am Abend Polen mit 32:26 (13:9) gegen Spanien durch und übernahm damit die Tabellenführung. Anschließend unterlag Slowenien mit 35:37 (12:21) der Auswahl Tschechiens, die damit die "Rote Laterne" an die DHB-Auswahl abgab.

Die deutsche Mannschaft trifft in ihren beiden übrigen Partien am Dienstag (18.15 Uhr) auf den Olympiadritten Spanien sowie am Donnerstag (16.30 Uhr) auf Tschechien.

© SID

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