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21.01.2008

13:24 Uhr

Handball Nationalmannschaft

Brand: "Werden den Kopf nicht hängen lassen"

Nach dem bitteren EM-Vorrundenabschluss gegen Spanien (22:30) will Bundestrainer Heiner Brand von einer Krisensituation nichts wissen. "Wir werden jetzt nicht den Kopf hängen lassen", sagte Brand im aktuellen Interview.

Nach zuvor zwei Siegen schloss die deutsche Handball-Nationalmannschaft die Vorrunde bei der EM in Norwegen mit einer bitteren 22:30-Klatsche gegen Spanien ab. Vor dem Hauptrundenauftakt gegen Island am Dienstag in Trondheim (16.20 Uhr/live im ZDF) haben sich die Weltmeister das Fiasko noch einmal auf Video angeschaut. Im aktuellen Interview äußert sich Bundestrainer Heiner Brand zur Situation bei den Weltmeistern.

Frage: "Wie haben Sie die Niederlage und vor allem die schwache Leistung im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien mit der Mannschaft aufgearbeitet?"

Heiner Brand: "Wir haben uns das Spiel auf Video nochmal angesehen. Und mein schlechter Eindruck vom Spielfeldrand hat sich bestätigt. Aber ein Video kann Wunder bewirken, und an der Ausgangssituation hat sich nichts geändert, bis auf die Tatsache, dass wir uns vor allem im Angriff sehr verbessern müssen. Wir werden jetzt nicht den Kopf hängen lassen, wir wissen, dass noch nichts verloren ist. Aber wir müssen besser werden, wenn wir Erfolg haben wollen. Aus einer Niederlage kann man stärker werden. Und wir müssen zeigen, dass wir eine Mannschaft sind - nicht nur wenn man siegt, sondern auch wenn man verliert."

Frage: "Das war also ein einmaliger Ausrutscher?"

Brand: "Wir haben jetzt keine Krisenzeit. Wir haben ein Spiel verloren, was durchaus passieren kann. Wir sind ja keine Ausnahmemannschaft und müssen uns alles erarbeiten, genau wie letztes Jahr bei der WM auch. Vielleicht kann die Niederlage helfen, die Dinge realistisch einzuschätzen. Ein Rückschlag kann durchaus positiv sein, damit man nicht Hirngespinsten nachjagt. Jetzt sind alle gefordert, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Das ist eine Geschichte, die von der Mannschaft gelöst werden muss."

Frage: "Auf dem Feld haben Ihre Spieler teilweise sehr gehadert und sind aneinandergeraten. Haben sich die Wogen wieder geglättet?"

Brand: "So etwas passiert. Es ist kein Problem, und dass das auf dem Spielfeld nicht in Ruhe ausdiskutiert wird, ist klar. Nach dem Spiel haben alle miteinander gesprochen, dann war das erledigt. Wir werden jetzt nicht auseinanderfallen. Die Spieler müssen Kritik schon vertragen und auch selbstkritisch sein."

Frage: "Der Rückraum hat bisher enttäuscht. Pascal Hens und vor allem Christian Zeitz haben noch nicht ins Spiel gefunden ..."

Brand: "Pascal fehlt im Moment ein bisschen die Dynamik. Er wird aber auch viel gefoult, ohne dass gepfiffen wird. Bei Christian Zeitz ist es keine leichte Situation. Man muss berücksichtigen, dass er häufig verletzt war. In Kiel hatte er zuletzt wenig Spielzeit. In der Vorbereitung hat er dann gegen Montenegro gut gespielt, gegen Dänemark musste er wieder pausieren. Das Gefühl für das Spiel fehlt ihm."

Frage: "Wie schätzen Sie die Gegner in der Hauptrunde ein?"

Brand: "Die Isländer haben eine sehr gute Mannschaft und absolute Weltklassespieler. Sie haben eine große Auswahlmöglichkeit, das ist erstaunlich für so ein kleines Land. Über Frankreich muss man nichts sagen, die sind eigentlich unschlagbar. Aber es gibt immer Mannschaften, denen das gelingt. Sie haben individuell einfach die stärkste Mannschaft, auch von der Physis. Und Schweden ist auf dem Weg zurück in die Spitze."

© SID

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