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27.01.2011

20:11 Uhr

Handball Nationalmannschaft

Brand will offenbar Bundestrainer bleiben

Heiner Brand will offenbar Bundestrainer der Handball-Nationalmannschaft bleiben. Das sagte er nach dem Sieg gegen Argentinien im Spiel um Platz elf der WM.

Das deutsche Team erreichte das schlechteste WM-Ergebnis aller Zeiten. Foto: SID Images/AFP/Franck Fife SID

Das deutsche Team erreichte das schlechteste WM-Ergebnis aller Zeiten. Foto: SID Images/AFP/Franck Fife

Trotz eines kläglichen Auftritts seiner einstigen Gold-Jungs zum Abschluss der Alptraum-WM will Bundestrainer Heiner Brand seinen bis 2013 laufenden Vertrag offenbar erfüllen. "Ich weiß schon, wo es hingeht. Beide Seiten müssen aber über gewisse Dinge reden. Nach so einem Turnier kann man nicht sagen, man geht zur Tagesordnung über", sagte Brand nach dem 40:35 (27:27/13:12)-Zittersieg nach zweimaliger Verlängerung gegen Argentinien im Spiel um Platz elf in Kristianstad.

Am Montag will sich der 58-Jährige in Gummersbach mit DHB-Präsident Ulrich Strombach und "Vize" Horst Bredemeier treffen, um das schlechteste Abschneiden einer deutschen Mannschaft in der 73-jährigen WM-Geschichte zu analysieren.

Tiefpunkt einer indiskutablen WM

Die abschließende Partie gegen den Panamerikameister war der Tiefpunkt einer schwachen WM. "Wenn man sich das Turnier vor Augen hält, dann konnte man sich schon denken, dass wir uns gegen Argentinien schwer tun", sagte Abwehrspezialist Oliver Roggisch, während Keeper Johannes Bitter nach der erst im Schlusspurt abgewendeten kompletten WM-Schmach feststellte: "Wir haben derzeit nicht die Qualität, um ganz oben dabei zu sein."

Vor 1 000 Zuschauern waren Holger Glandorf (9 Tore) und Uwe Gensheimer (9/2) die erfolgreichsten Werfer der enttäuschenden Brand-Sieben, die durch die 25:35-Pleite zwei Tage zuvor gegen Norwegen ihre Teilnahme an den Qualifikationsturnieren für Olympia 2012 in London verspielt hatte. Mindestens WM-Platz sieben wäre nötig gewesen, um die Chance auf die Sommerspiele im nächsten Jahr zu wahren.

Wie bereits im gesamten WM-Verlauf zeigten die Deutschen auch gegen Argentinien große Schwächen in Angriff und Abwehr. Brand gab erstmals Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen, Kreisläufer Jacob Heinl und Rechtsaußen Patrick Groetzki von Beginn an eine Bewährungschance.

Knappe Halbzeit-Führung

Zumindest der Flensburger Heinl konnte wie auch Glandorf im ersten Abschnitt Akzente setzen. Allerdings leistete sich der Favorit nach einer Fünf-Tore-Führung in der 21. Minute (11:6) erneut haarsträubende Fehler im Abschluss. Der Vorsprung schmolz bis zum Pausenpfiff auf einen Treffer.

Auch nach dem Wechsel ließ das müde wirkende DHB-Team, das drei Siebenmeter vergab, die Konsequenz in der Deckung vermissen und kassierte sogar in Überzahl ein Gegentor durch einen Kempa-Trick. Zudem handelte sie sich gegen den WM-18. von 2009 etliche Zeitstrafen ein. Trotz eines 24:21 (54.) kassierte die Brand-Sieben, die Michael Haaß und Oliver Roggisch durch Rote Karte verloren, drei Sekunden vor dem Ablauf der regulären Spielzeit den Ausgleich.

Nach zwei Wochen mit reichlich Pleiten, Pech und Pannen wird der DHB-Tross Schweden am Freitagfrüh um 4.30 Uhr per Bus verlassen. Viel Zeit, um Abstand zu gewinnen, bleibt aber nicht. Bereits am 5. Februar steht in Leipzig das Allstar-Spiel gegen eine Bundesliga-Auswahl an.

Brand denkt über Zukunft nach

Brand kündigte an, vor dem Gespräch mit der DHB-Spitze erst mit seiner Frau und Freunden über seine Zukunft reden zu wollen. Rückendeckung erhielt der 58-Jährige, der die Nationalmannschaft seit 1997 betreut, unter anderem von Bredemeier: "Heiner Brand ist unser Frontmann. Der deutsche Handball braucht ihn."

Die Bundesliga nimmt nach der sechswöchigen WM-Pause am 8. Februar ihren Spielbetrieb wieder auf. Harsche Kritik mussten sich die deutschen Nationalspieler vor dem Abschied aus Kristianstad von Experten aus dem In- und Ausland anhören. "Den Spielern reicht es schon, der Bekannteste im Land zu sein. Der Beste wollen sie gar nicht werden", meinte tschechische Welthandballer Filip Jicha vom deutschen Rekordmeister THW Kiel und kritisierte die mangelnde Einstellung einzelner Akteure.

© SID

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