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06.01.2007

20:14 Uhr

Handball Nationalmannschaft

DHB-Auswahl gewinnt WM-Test in Ungarn

Die DHB-Auswahl hat ein Testspiel gegen WM-Teilnehmer Ungarn mit 23:20 (10:13) gewonnen. 13 Tage vor Beginn der WM im eigenen Land waren Christian Zeitz und Sebastian Preiß mit jeweils sechs Treffern die besten Werfer.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat 13 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft im eigenen Land einen wichtigen Testspiel-Sieg verbuchen können. Gegen WM-Teilnehmer Ungarn feierte das Team von Bundestrainer Heiner Brand in Debrescen trotz fünf verletzungsbedingten Ausfällen einen 23:20 (10:13)-Erfolg und kann zuversichtlich der abschließenden Vorbereitungsphase entgegenblicken.

Nach einer schwachen ersten Halbzeit steigerte sich der Ex-Europameister nach dem Wechsel besonders im Angriff. Bereits am Sonntag hat der Olympia-Zweite in Budapest (16.00 Uhr) im vorletzten Test vor dem Start der Weltmeisterschaft die Chance, sich weiter einzuspielen. Die WM-Generalprobe findet am 13. Januar in München gegen Ägypten statt.

Zeitz und Preiß die besten Werfer

"Ich kann zufrieden sein. Unsere leichten Fehler sind zum Teil auf die Müdigkeit nach den Trainingstagen zurückzuführen. Unter den personellen Voraussetzungen war die Leistung aber besser als erwartet", erklärte Brand nach den 60 Minuten.

Vor 7 300 Zuschauern in der Fönix-Halle besiegelten Sebastian Preiß (6 Tore/Lemgo) und Christian Zeitz (6/Kiel) den Erfolg gegen die mit drei Bundesliga-Legionären gespickten Magyaren. Der nach der Pause eingewechselte Magdeburger Torhüter Johannes Bitter wehrte zudem zahlreiche Würfe ab.

Knapp zwei Wochen vor dem Gruppenauftakt gegen Panamerika-Meister Brasilien in Berlin am 19. Januar offenbarte die Brand-Sieben in einer zerfahrenen Partie lange Zeit Schwächen im Abschluss. Besonders die Kreativität von Spielmacher Markus Baur (Reizung im Fuß/Lemgo) und Torjäger Oleg Velyky (Bänderriss im Knöchel/Kronau) wurde im ersten Abschnitt vermisst. Zudem schied Kreisläufer und Abwehrspezialist Andrei Klimowets (Kronau-Östringen) bereits nach neun Minuten mit einer Oberschenkelverletzung aus.

Fritz mit ansteigender Form

Bezeichnend, dass den Gästen in den ersten zwölf Minuten nur ein einziger Treffer gelang (1:5). Immerhin zeigte der nur in der ersten Halbzeit eingesetzte Torhüter Henning Fritz (8 Paraden/Kiel) ansteigende Form und bewahrte das DHB-Team vor einem höheren Rückstand. Nur phasenweise brachten die deutschen Werfer den Gummersbacher Bundesliga-Legionär Nandor Fazekas im Tor der Ungarn in Verlegenheit.

Nach dem Wechsel steigerte sich der WM-Gastgeber erheblich und kam in der 39. Minute durch den zuvor glücklosen Pascal Hens (Hamburg) erstmals zum Ausgleich (16:16). Die erste Führung gelang in der 46. Minute (19:18) durch Lars Kaufmann (Wetzlar).

Seit Mittwoch hatte Brand seinen 20-köpfigen Kader im bayerischen Herrsching am Ammersee versammelt. Doch die Vorzeichen für das drittletzte Testspiel vor der WM waren erneut alles andere als gut gewesen. Zwar rechnet Rechtsaußen Florian Kehrmann (Lemgo) nach seinem auskurierten Mittelhandbruch fest mit seiner WM-Teilnahme, doch Routinier Velyky bereitet Brand einige Sorgen. "Oleg wird weiter täglich behandelt, aber man muss abwarten", meinte Brand mit sorgenvoller Miene. Bereits in den vergangenen Jahren waren vor und während großer Turniere regelmäßig wichtige Leistungsträger ausgefallen.

Schöne kurzfristig nachnominiert

Um kein unnötiges Risiko einzugehen, hatten neben Kehrmann und Velyky auch die derzeit leicht angeschlagenen Baur, Holger Glandorf (Gesichtsverletzung/Nordhorn) und Rolf Hermann (Nervenreizung im Arm/Nettelstedt) die Reise nach Ungarn gar nicht erst angetreten. Kurzfristig wurde der Göppinger Christian Schöne nachnominiert, der direkt aus dem Urlaub in Salzburg einflog.

Die einsatzfähigen Spieler erlebten dann gleich nach ihrer Landung am Freitagnachmittag in Budapest eine böse Überraschung: Das Gepäck war im falschen Flieger und traf erst am Samstagmittag verspätet in der zweitgrößten Stadt Ungarns ein. Nach der Rückkehr am Montag geht die WM-Vorbereitung im idyllischen Quartier in Herrsching, das Brand ("Wir brauchen Ruhe") bewusst gewählt hat, in ihre letzte Phase.

© SID

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