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13.01.2007

08:19 Uhr

Handball Nationalmannschaft

Kehrmanns Härtetest gegen Ägypten

Gebannt wird Bundestrainer Heiner Brand beim WM-Testländerspiel gegen Ägypten auf Florian Kehrmann blicken. Knapp acht Wochen nach seinem Mittelhandbruch wagt der Handball-Nationalspieler sein Comeback.

Der ungewöhnliche Härtetest von Florian Kehrmann lässt Deutschlands Handballer eine Woche vor Beginn der Heim-Weltmeisterschaft auf ein rechtzeitiges Ende der Verletztenmisere hoffen. Knapp acht Wochen nach seinem Mittelhandbruch traf der Lemgoer Rechtsaußen bei einem Wurfversuch im Trainingslager am Ammersee mit der operierten Wurfhand den Kopf von Lars Kaufmann (Wetzlar).

Der mit einer Metallplatte und Schrauben fixierte Knochen hielt aber stand und dem Schrecken folgte die Erleichterung. "Ich habe festgestellt, dass alles hält. Die Angst ist inzwischen weg. Ich blicke dem Turnier voller Optimismus entgegen", erklärte der 29-jährige Kehrmann, der bei der WM-Generalprobe heute in München gegen Ägypten (15.00 Uhr) sein Comeback feiern will. "Da werden wir den Ernstfall proben. Die Anspannung jedenfalls steigt täglich", verrät der Linkshänder voller Vorfreude auf die erste WM der Handballer in Deutschland seit 25 Jahren.

200. Länderspiel für Markus Baur

Doch nicht nur für Kehrmann wird das Duell mit dem WM-Vierten von 2001 zum besonderen Ereignis. Sein jüngst noch an einer Oberschenkelzerrung laborierender Lemgoer Vereinskollege Markus Baur bestreitet am Samstag in der Olympiahalle sein 200. Länderspiel. "Das zeigt wohl, dass ich schon ein paar Jahre dabei bin", witzelte der Spielmacher, der am Tag des letzten WM-Gruppenspiels am 22. Januar gegen Polen seinen 36. Geburtstag feiert.

Der Ex-Wallauer Baur will sein Länderspiel-Jubiläum aber nicht zu hoch hängen. "Vielleicht wird einem diese Zahl später einmal bewusster, wenn man nicht mehr spielt", meinte der Siebenmeterspezialist und freut sich über die Entspannung der Personalsituation im DHB-Team.

Glandorf und Hermann wieder dabei

Neben Baur und Kehrmann stehen Bundestrainer Brand beim abschließenden WM-Test auch wieder Holger Glandorf (Gesichtsblessur/Nordhorn) und Rolf Hermann (Reizung im Arm/Nettelstedt) zur Verfügung. Das Quartett hatte am vergangenen Wochenende bei den gelungenen Tests in Ungarn (23:23/23:20) gefehlt, bei denen sich zudem Andrej Klimovets (Oberschenkelzerrung/Kronau) verletzte. Doch der abwehrstarke Kreisläufer ist inzwischen wieder fit. Weiterhin pausieren werden in München Sebastian Preiß aus Lemgo (Muskelfaserriss in der Wade) sowie der Hamburger Torsten Jansen (Oberschenkelzerrung). Während Linksaußen Jansen fest mit seinem Auflaufen im WM-Eröffnungsspiel am 19. Januar rechnet, steht hinter dem Einsatz von Kreisläufer Preiß gegen Brasilien noch ein großes Fragezeichen.

Auch beim größten Sorgenkind Oleg Velyky (Fußsohlenblessur/Kronau) muss der gebeutelte Brand auf den Faktor Zeit setzen. "Man darf die Hoffnung nicht verlieren, aber es wird sehr eng", meinte Torjäger Velyky, der im Trainingslager im idyllischen Herrsching am Ammersee individuell behandelt wird. Trotz der fast schon obligatorischen Verletztenmisere im Vorfeld der Heim-WM hat Brand seinen Optimismus nicht verloren. "Wir machen von Tag zu Tag Fortschritte. Die Mannschaft ist im Training mit Engagement und großer Konzentration dabei. Sie macht mir sehr viel Freude", lobte der 54-jährige Gummersbacher.

Nach dem Härtetest gegen Ägypten dürfen die 20 Nationalspieler am Sonntag noch einmal nach Hause, ehe am Dienstag (16. Januar) mit dem Treffen in Halle/Westfalen das "Unternehmen Gold" endgültig beginnt. Bis spätestens 18. Januar muss Brand dann seinen Kader um vier auf 16 Spieler reduzieren und dem Weltverband IHF offiziell melden. Allerdings kann der Weltmeister von 1978 nach Vor- beziehungsweise Hauptrunde jeweils noch zwei Akteure austauschen.

© SID

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