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03.01.2011

08:44 Uhr

Handball WM

Casting-Show für deutsche Handballer

Mit dem Länderspiel gegen Schweden starten die deutschen Handballer heute in die heiße Phase der WM-Vorbereitung. Für Holger Glandorf kommt das Spiel allerdings noch zu früh.

Die Schweden sind für Heiner Brand eine erste echte Standortbestimmung. Foto: SID Images/Public Address SID

Die Schweden sind für Heiner Brand eine erste echte Standortbestimmung. Foto: SID Images/Public Address

Casting-Show zum Jahresauftakt: Die deutschen Handballer starten mit einem Länderspiel gegen Schweden in die heiße Phase der WM-Vorbereitung und kämpfen dabei um einen Platz im Kader von Heiner Brand beim Saisonhöhepunkt. Der Bundestrainer nominierte 19 Spieler in sein vorläufiges Aufgebot; bis zum WM-Auftakt der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) am 14. Januar gegen Ägypten im schwedischen Lund muss er seinen Kader auf 16 Akteure reduzieren.

"Da schaue ich mir die Testspiele und Trainingseinheiten genau an", sagte Brand vor der Begegnung heute in Hamburg (16.55 Uhr/ARD). Der viermalige Weltmeister Schweden dient dabei als echte Standortbestimmung. "Die Schweden sind individuell außergewöhnlich stark besetzt und haben als WM-Gastgeber natürlich hohe Ziele", meinte Brand. Seit Sonntag hat er sein komplettes zur "kürzesten WM-Vorbereitung aller Zeiten" in Ahrensburg zusammengezogen.

Kaum Verletzungssorgen

Im Gegensatz zu den vergangenen Großveranstaltungen plagen den Bundestrainer kaum Verletzungssorgen. Einzig Rückraum-Ass Holger Glandorf vom TBV Lemgo fehlt gegen Schweden nach seiner Knie-Operation Mitte Dezember. Der Linkshänder stieß aber bereits zur Mannschaft und hat seine Teilnahme an der WM (13. bis 30. Januar) fest im Visier. "Ich habe zurzeit keine Probleme mit dem operierten Knie. Ich muss natürlich abwarten, wie es sich nach der Belastung im Training verhält. Aber ich denke, es könnte mit der WM klappen", sagte Glandorf, der auf einen Einsatz bei den abschließenden Testspielen am 7./8. Januar beim Olympiazweiten Island hofft.

Der interne Konkurrenzkampf ist groß. In Uwe Gensheimer (Rhein Löwen), -Neckar Torsten Jansen (HSV Hamburg) und Dominik Klein (THW Kiel) stehen gleich drei Linksaußen mit internationaler Klasse im Aufgebot, nur zwei von ihnen werden die Reise am 13. Januar nach Schweden antreten. Im linken Rückraum kämpfen hinter dem gesetzten Kapitän Pascal Hens (HSV Hamburg) der Göppinger Lars Kaufmann und der Berliner Sven-Sören Christophersen um den zweiten Platz.

Torhüter in Topform

Die drei Torhüter Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Johannes Bitter (HSV Hamburg) und Carsten Lichtlein (TBV Lemgo) befinden sich seit Wochen in überragender Form, eine Reihenfolge für die WM ist bisher nicht auszumachen. Auch hier wartet auf Brand eine schwierige Entscheidung.

Bei der WM sind neben Ägypten, Titelverteidiger Frankreich, Ex-Weltmeister Spanien, Tunesien und Außenseiter Bahrain die Vorrundengegner der DHB-Auswahl. Die ersten drei Mannschaften der Gruppe ziehen in die Hauptrunde ein.

Liga und Verband verhandeln Grundlagenvertrag

Im Vorfeld des Länderspiels in Hamburg verhandeln die Handball-Bundesliga (HBL) und der Deutsche Handball-Bund (DHB) über einen neuen Grundlagenvertrag. "Ich gehe frohen Mutes in die Verhandlungen. Ich hoffe, dass wir in die Details reingehen. Ergebnisse, die wir der Öffentlichkeit präsentieren können, wird es aber wohl noch nicht geben", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann dem SID.

Die HBL hatte den bisherigen, bis Oktober 2011 laufenden Grundlagenvertrag fristgerecht gekündigt. Besonders die Vermarktungsstrategien des DHB stoßen in Reihen der Liga auf Kritik. Zudem muss es eine Einigung über die Abstellgebühren für die Nationalspieler geben.

© SID

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