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22.01.2011

20:01 Uhr

Handball WM

Deutschland gewinnt erstes Hauptrundenspiel

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat die Chance auf das WM-Halbfinale in Schweden gewahrt. Das Team von Trainer Heiner Brand besiegte den Olympiazweiten Island überraschend mit 27:24.

Sebastian Preiß (r.) trifft gegen Islands Torhüter Bjorvin Gustavsson. Foto: SID Images/AFP/Franck Five SID

Sebastian Preiß (r.) trifft gegen Islands Torhüter Bjorvin Gustavsson. Foto: SID Images/AFP/Franck Five

Matchwinner Silvio Heinevetter ballte nach der WM-Überraschung die Fäuste, Bundestrainer Heiner Brand lief strahlend zwischen seinen Schützlingen umher: Die Leistungsexplosion von Jönköping löste bei den deutschen Handballern die pure Freude aus. Nach dem 27:24 (15:13) gegen den bis dahin unbesiegten Olympiazweiten Island darf der Ex-Weltmeister weiter vom Halbfinale und den Sommerspielen 2012 in London träumen.

"Bei uns hat vieles geklappt. Wir haben von Anfang an eine sensationelle Einstellung gezeigt. Jeder hat für den anderen gekämpft. Da hat es Spaß gemacht, von außen zuzuschauen", sagte Brand.

Für das punktlos in die zweite Turnierphase gestartete DHB-Team waren vor 5 500 Zuschauern in der Kinnarps Arena Sebastian Preiß (TBV Lemgo) und Christian Sprenger (THW Kiel/jeweils fünf Tore) die besten Werfer. Zum Matchwinner wurde aber Torhüter Heinevetter (Füchse Berlin), der in den entscheidenden Phasen Weltklasseparaden zeigte. "Er hat uns ein paar Big Points gebracht", meinte Brand, während Preiß den Teamgeist lobte: "Wir sind diesmal sehr geschlossen aufgetreten."

Mindestziel Platz sieben

Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht in den noch ausstehenden Hauptrundenpartien am Montag (18.15 Uhr) gegen Ungarn und am Dienstag (16.15) gegen Norwegen aber weiter unter Zugzwang. Mindestens der siebte WM-Platz muss erreicht werden, um am olympischen Qualifikationsturnier im April 2012 teilnehmen zu können. Um ins Halbfinale zu kommen, ist in der Hauptrundengruppe I Tabellenplatz zwei notwendig.

Nach einer insgesamt enttäuschenden Vorrunde und der auf den letzten Drücker gesicherten Hauptrunden-Teilnahme zeigte die Brand-Sieben gegen die mit elf Bundesliga-Legionären gespickten Isländer ein anderes Gesicht. Gestützt auf einen starken Keeper Heinevetter, der überraschend den Vorzug vor Johannes Bitter erhielt, kaufte die aufmerksame deutsche Deckung dem Favoriten gleich zu Beginn den Schneid ab.

Besonders Islands Weltstar Olafur Stefansson vom Bundesligisten Rhein Löwen-Neckar hatte das DHB-Team gut im Griff und zog Mitte der ersten Halbzeit erstmals mit fünf Treffern davon (9:4/16.). Nicht zuletzt, weil die deutsche Mannschaft, die in der Vorbereitung die letzten beiden Tests gegen die Isländer verloren hatte, die gegnerische Defensive immer wieder erfolgreich hinterlief. Davon profitierten vor allen Dingen Kreisläufer Preiß und Rechtsaußen Sprenger.

Leistungssteigerung bei Kraus und Hens

Der zuletzt heftig kritisierte Spielmacher Michael Kraus (4/2) zeigte ebenso wie Kapitän Pascal Hens (2) im Rückraum eine deutliche Leistungssteigerung und agierte wesentlich konzentrierter als noch in der Vorrunde. Auch nach dem Wechsel war der Weltmeister von 2007 stets auf Augenhöhe mit der Mannschaft von der Vulkaninsel. Selbst nach dem Ausgleich der Isländer (18:18/42.) verloren Hens und Co. diesmal nicht den Kopf und gingen zehn Minuten vor Schluss wieder mit 22:19 in Führung. Besonders der erst in der zweiten Hälfte eingewechselte Holger Glandorf überzeugte in der Schlussphase und erzielte vier Treffer. "Irgendwann musste ja mal der Knoten platzen", sagte Linkshänder Glandorf. Letztlich war eine geschlossene Mannschaftsleistung der Schlüssel zum Erfolg.

Um das Spiel um Platz sieben zu erreichen, muss der Europameister von 2004 in der Hauptrunde mindestens Vierter werden. Sowohl gegen die vom früheren Bundesligacoach Lajos Mocsai trainierten Ungarn als auch gegen den EM-Siebten Norwegen hat die DHB-Auswahl eine klar positive Bilanz. Neben den Deutschen, die in der Vorrunde gegen Titelverteidiger Frankreich (23:30) und den Olympiadritten Spanien (24:26) verloren hatten, waren in der Hauptrundengruppe I nur die Norweger mit null Punkten gestartet.

© SID

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